Methionin und Herzinfarkt

Methionin ist eine essentielle Aminosäure, die an Methylierungsreaktionen und am Fettstoffwechsel beteiligt ist. Norwegische Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Plasmakonzentration von Methionin und dem Auftreten von Herzinfarkt bei 4156 Patienten mit stabiler Angina Pectoris. Sie konnten nachweisen, dass niedrige Methioninkonzentrationen das Risiko für Herzinfarkt bei den Patienten erhöhten, die erhöhte Werte an aterogenen Lipiden aufwiesen, z. B. Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B. Höhere Methioninkonzentrationen verminderten tendenziell auch das Herzinfarktrisiko bei Patienten die jünger als 62 Jahre waren und bei Patienten ohne Diabetes oder Bluthochdruck.

Referenz:
Dhar I et al.: Plasma methionine and risk of acute myocardial infarction: Effect modification by established risk factors. Atherosclerosis. 2018 Mar 23;272:175-181.


Vortrag in Wertheim: Erschöpft und müde?

Wie Mikronährstoffe helfen können

Immer müde und matt? Das muss nicht sein! Anhaltende Erschöpfung kann viele Ursachen haben, z. B. starke körperliche und psychische Belastungen. Zahlreiche Erkrankungen gehen ebenfalls mit Erschöpfung einher.

Auch ein Mangel an Mikronährstoffen kann Erschöpfungssymptome verursachen, da die Energiebildung im Körper natürlich an einen reibungslosen Ablauf biochemischer Reaktionen gebunden ist. Aus diesem Grund sollte bei jeder Art von Erschöpfung zunächst abgeklärt werden, ob der Körper überhaupt in der Lage ist, genügend Energie zu bilden.

In diesem Vortrag erfahren Sie, welche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren für den Energiestoffwechsel unerlässlich sind. Außerdem wird erläutert, wie man herausfindet, welche Biomoleküle fehlen und wie man gezielt einen Mikronährstoffmangel beheben kann.

Wir laden Sie recht herzlich zu unserem Vortrag ein:

  • Freitag, den 08. Juni 2018 um 19.00 Uhr im Barocksaal des Rathauses Wertheim, Mühlenstr. 26 in 97877 Wertheim (Eingang Standesamt, 2. Stock)

Der Referent ist Dr. Hans-Günter Kugler
Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Der Vortrag ist kostenfrei.
Bild: © clipdealer.com

 

 

 

 


Cystein ist wichtig für die Gesundheit

Aminosäure Cystein ein wichtiges Antioxidans

Wissenschaftler aus Chile publizierten einen Fachartikel, indem sie sich mit dem Nutzen der Aminosäure Cystein für die menschliche Gesundheit beschäftigten. Zu den klar bewiesenen Effekten von Cystein gehört seine Funktion als Antioxidans. Cystein ist die Vorstufe für die Bildung von Glutathion. Die reduzierte Form des Glutathions spielt eine fundamentale Rolle für den Schutz des Organismus gegen Schäden durch oxiativen Stress.

Eine Neutralisierung freier Radikale kann z. B. auch die Wundheilung nach bestimmten chirurgischen Eingriffen verbessern. Die antioxidative Funktion des Cysteins hat auch einen Zusammenhang mit zerebrovaskulären Ereignissen und kann lärminduzierte Hörverluste vermindern.

Der Wirkstoff N-Acetylcystein (NAC) hat eine schleimlösende Funktion. Cystein wird auch gerne zur Verbesserung des Haarwachstums eingesetzt, da das Protein Keratin in den Haaren hohe Mengen an Cystein enthält. Cystein bildet Disulfidbrücken, die für die Stärke und Festigkeit des Keratins sorgen.

Cystein ist ein wichtiger Regulator für die Immunaktivität und bewirkt auch eine vermehrte Freisetzung mancher Effektormoleküle. Cystein trägt auch zum Schutz des Verdauungstraktes bei exzessivem Alkoholkonsum bei. Außerdem hat Cystein günstige Effekte auf die Gefäßfunktion und kann z. B. das Risiko für Schlaganfälle vermindern.

Referenz:
Noelia Clemente Plaza et al.: Effects of the Usage of l-Cysteine (l-Cys) on Human Health. Molecules 2018, 23, 575; doi:10.3390/molecules23030575


Bei Major Depression: Arginin und Citrullin vermindert

Wissenschaftler aus Kanada untersuchten bei 35 körperlich gesunden Patienten mit Major Depression und bei 36 gesunden Kontrollpersonen die Spiegel von Arginin und Citrullin. Die Konzentrationen beider Aminosäuren waren bei den Patienten mit Major Depression signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen.

Bei Patienten mit Depressionen könnte die Verminderung der Argininspiegel eine mögliche Erklärung für die Abnahme von NO-Metaboliten sein. Außerdem könnten die niedrigen Argininspiegel auch zu dem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei dieser Patientengruppe beitragen.

Referenz:
Hess S, Baker G et al.: Decreased serum L-arginine and L-citrulline levels in major depression; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 13. doi: 10.1007/s00213-017-4712-8.


Aminosäuren: wichtig für viele Stoffwechselfunktionen

Aminosäuren sind die Bausteine sämtlicher Proteine, seien es Strukturproteine, Enzyme, Proteine des Immunsystems etc. Aminosäuren zählen neben den Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren zu den Mikronährstoffen.

Die 23 Aminosäuren werden in unterschiedlichen Frequenzen zu einer Vielzahl von Proteinen verknüpft. Aminosäuren sind aber nicht nur Proteinbausteine, sondern haben darüber hinaus zahlreiche andere Funktionen. Sie fungieren z.B. als Neurotransmitter wie Glutamat und Glycin oder sind Vorläufersubstanzen für die Bildung von Neurotransmittern wie z.B. Tryptophan und Tyrosin. Aminosäuren wie Glutamin, Glutamat und Aspartat sind wichtige Energielieferanten, z.B. für das Immunsystem und die Schleimhautzellen des Darmes. Verschiedene Aminosäuren können auch für die Zuckerneubildung in der Leber verwendet werden. Die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein sind auch wichtige Quellen für Sulfat im Stoffwechsel, das unter anderem auch für Entgiftungsreaktionen in der Leber benötigt wird. Die Aminosäuren Glutamin und Glutaminsäure sind auch Regulatoren des Säure-Basen-Haushaltes. Die Aminosäure Leucin ist ein wichtiger anaboler Signalgeber im Stoffwechsel. Außerdem sind Aminosäuren Ausgangssubstanzen für die Bildung zahlreicher Biomoleküle wie Carnitin, Kreatin, Glutathion, Purine, Pyrimidine, Phospholipide und Gallensäuren.

Eine Supplementierung von Aminosäuren sollte aber erst dann erfolgen, wenn entsprechende Defizite nachgewiesen wurden. Die hochdosierte Einnahme von einzelnen Aminosäuren kann nämlich möglicherweise auch den Aminosäurenstoffwechsel stören. Eine Nahrungsergänzung mit Aminosäuren kann bei vielen Erkrankungen von Nutzen sein. Glutamin ist z.B. wichtig für die Darmschleimhaut und die Aufrechterhaltung der Barrierefunktion des Darmes. Die Aminosäuren Cystein, Glutamin und Glycin sind Ausgangssubstanzen für die Synthese von Glutathion, das wiederum eine zentrale Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Immunkompetenz hat. Taurin kann bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Nutzen sein, z.B. durch einen leicht blutdrucksenkenden Effekt und durch Stärkung des Herzmuskels.

Neueste Studienergebnisse haben auch gezeigt, dass Serin für die Funktionsfähigkeit des Immunsystems unerlässlich ist. Tyrosin ist Ausgangssubstanz für die Synthese der Katecholamine; Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin. Die Serotoninsynthese und damit auch die psychische Befindlichkeit des Menschen ist sehr stark davon Abhängig, wie viel Tryptophan ins Gehirn gelangen kann. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin spielen eine wichtige Rolle für den Muskelstoffwechsel und die Muskelproteinsynthese. Arginin ist Ausgangssubstanz für die Bildung des gasförmigen Botenstoffes NO, der maßgeblich an der Regulierung der Gefäßfunktion beteiligt ist.

In der Mikronährstoffmedizin sollten also unbedingt auch die Aminosäuren ausreichend berücksichtigt werden. Allerdings sollte vor einer Supplementierung von Aminosäuren eine entsprechende Laboranalyse erfolgen. Wir empfehlen hierzu die Durchführung des Aminosäuren-Komplettprofils , bei der alle 23 essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren im Blut bestimmt werden. Dadurch ist eine genaue Dosierung der Aminosäuren, in Form einer individuellen Aminosäuren-Pulvermischung möglich.

Referenzen:

  • Ma EH et al.: Serine Is an Essential Metabolite for Effector T Cell Expansion. Cell Metab. 2017 Feb 7;25(2):345-357.
  • Evelien P. J. G. Neis et al.: Human splanchnic amino-acid metabolism. Amino Acids. 2017; 49(1): 161–172.
  • Ahmadian M et al.: Taurine Supplementation Improves Functional Capacity, Myocardial Oxygen Consumption, and Electrical Activity in Heart Failure. J Diet Suppl. 2017 Jul 4;14(4):422-432.
  • J.P.F. D`Mello: Amino Acids in Human Nutrition and Health. www.cabi.org. CAB International 2012

 

Weitere Infos:
– Praxis für Mikronährstoffmedizin –
Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik
und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstraße 9
D-97828 Marktheidenfeld
Tel. +49/ (0)9394/ 9703-0
www.diagnostisches-centrum.de


Vitamin B6 ist essenziell für die Serinsynthese

Forscher aus den Niederlanden konnten in einem Zellkulturversuch mit Nervenzellen nachweisen, dass bei einem Vitamin-B6-Mangel die Synthese von Serin signifikant reduziert war. Dies führte dazu, dass auch die Bildung von Glycin und 5-Methyltetrahydrofolat vermindert war. Vitamin B6 ist also essenziell für die Serinsynthese und die Neubildung von Serin. Außerdem spielt Vitamin B6 eine zentrale Rolle zur Aufrechterhaltung der intrazellulären Serin- und Glycinspiegel. Diese Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass die Serin- und Glycinkonzentrationen im Gehirn bei Patienten mit Vitamin-B6-responsiver Epilepsie vermindert sein könnten.

Referenz:
Ramos RJ, Pras-Raves ML et al.: Vitamin B6 is essential for serine de novo biosynthes; J Inherit Metab Dis. 2017 Aug 11. doi: 10.1007/s10545-017-0061-3


Tryptophan moduliert Schmerzwahrnehmung

Zur Behandlung chronischer Schmerzen werden auch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eingesetzt. Schon aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass das serotonerge System eine bedeutende Rolle für die Schmerzwahrnehmung spielt. Britische Wissenschaftler führten bei 15 gesunden Versuchspersonen einen Tryptophandepletionstest durch und untersuchten die Reizschwelle für Schmerzen bei Hitze. Eine experimentell herbeigeführte Verminderung der Tryptophankonzentration führte zu einer Senkung der Reizschwelle für Temperaturreize. Je stärker die Tryptophankonzentration abfiel, umso niedriger lag die Schwelle für schmerzhafte Hitzereize. Dabei waren diese Effekte völlig unabhängig vom Einfluss der Tryptophandepletion auf die Stimmungslage.

Referenz:
Martin SL, Power A et al.: 5-HT modulation of pain perception in humans; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 10. doi: 10.1007/s00213-017-4686-6.


Abnorme Aminosäurenprofile bei verschiedenen Stoffwechselstörungen

Bei verschiedenen Stoffwechselstörungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und dem metabolischen Syndrom wurden die Aminosäurenkonzentrationen im Serum bestimmt. Außerdem wurde eine Metaanalyse einschließend 47 Fallkontrollstudien durchgeführt.

Ziel war die Klärung von Aminosäurendifferenzen bei Adipositas, Typ-2-Diabetes und metabolsichem Syndrom. Im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen waren bei den Patienten mit den genannten Stoffwechselstörungen 14 Aminosäurenkonzentrationen signifikant verändert. Am häufigsten führte Adipositas zu Veränderungen der Aminosäurenkonzentrationen, gefolgt von metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes. Valin, Isoleucin, Glutaminsäure und Prolin waren bei allen Stoffwechselstörungen erhöht, während Glycin vermindert war.

Referenz:
Okekunle AP et al.: Abnormal circulating amino acid profiles in multiple metabolic disorders. Diabetes Res Clin Pract. 2017 Jul 21;132:45-58.


Aminosäuren und kardiovaskuläre Ereignisse

Bisher wusste man nur wenig über die Aufnahme von Aminosäuren und dem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems). Teilnehmer einer großen iranischen Studie wurden über einen Zeitraum von 6,7 Jahren beobachtet. Zu Beginn und nach Ablauf der Studie wurde die Protein- und Aminosäurenaufnahme ermittelt. Eine höhere Aufnahme von Glutaminsäure und Prolin erhöhte das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine höhere Nahrungszufuhr von schwefelhaltigen Aminosäuren sowie von Arginin, Glycin, Histidin, Leucin und Tyrosin verminderten das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Referenz:
Parvin Mirmiran et al.: Contribution of dietary amino acids composition to incidence of cardiovascular outcomes: A prospective population-based study. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases, Available online 15 May 2017