Verzweigtkettige Aminosäuren bei Lebererkrankungen

Deutsche Wissenschaftler aus Dessau und Berlin untersuchten in einem Übersichtsartikel die Bedeutung der verzweigtkettigen Aminosäuren in der Pathophysiologie, Pathobiochemie und Behandlung der Leberzirrhose. Die verzweigtkettigen Aminosäuren haben das Potential, den Energiestoffwechsel, den Stickstoffmetabolismus, den Kohlenhydratstoffwechsel, die Insulinresistenz und den Albuminspiegel bei Lebererkrankungen zu verbessern. Niederländische Forscher konnten ein schon länger bekanntes Phänomen aufklären. Bei Patienten mit Leberzirrhose kann das Verschlucken von Blut zu einem komaähnlichen Zustand führen. Die Erklärung liegt in dem niedrigen biologischen Wert des Blutproteins. Das Hämoglobinmolekül enthält nämlich große Mengen Leucin, wohingegen Isoleucin völlig fehlt. Dieses Ungleichgwicht führt zu einer Störung der Proteinsynthese und zu einer erhöhten Ammoniakbelastung, die sozusagen den Weg für eine hepatische Enzephalopathie ebnet. Die Infusion von Isoleucin hat sich bei dieser Stoffwechselkomplikation als wirksam erwiesen.

Referenz:
Plauth M, Schütz T.: Branched-chain amino acids in liver disease: new aspects of long known phenomena; Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2010 Nov 17

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