Tryptophanspiegel als Indikator für kognitiven Abbau

Wissenschaftler aus Mexiko untersuchten bei 77 nicht dementen Frauen über 50 Jahre verschiedene Parameter des Tryptophanstoffwechsels sowie das Verhältnis von reduziertem Glutathion zu Gesamtglutathion. Das Ausmaß kognitiver Störungen war positiv mit dem Lebensalter und signifikant negativ mit dem Tryptophanspiegel assoziiert. Der Depressionsscore korrelierte negativ mit Tryptophan. Auch das Verhältnis GSH/GSSG korrelierte positiv mit den Tryptophanspiegeln. Die Tryptophankonzentration bzw. der Tryptophanabbau ist also stark mit der kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert.

Referenz:
L. A. Ramos-Chávez et al.: Low Serum Tryptophan Levels as an Indicator of Global Cognitive Performance in Nondemented Women over 50 Years of Age. Oxidative Medicine and Cellular Longevity Volume 2018, Article ID 8604718, 10 pages


Effekt einer Citrullinsupplementierung auf den Blutdruck

Wissenschaftler aus dem Iran und aus Großbritannien publizierten eine Metaanalyse über die Wirksamkeit einer oralen Citrullinsupplementierung auf den systolischen und diastolischen Blutdruck. Die Auswertung von 15 Studien ergab, dass Citrullin den systolischen und diastolischen Blutdruck verbessert und bei prähypertensiven und hypertensiven Personen am wirksamsten ist.

Referenz:
Mahboobi S et al.: Effect of L-citrulline supplementation on blood pressure: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Hum Hypertens. 2018 Sep 11.


Glutamin vermindert Schleimhautentzündungen

Im Rahmen einer Behandlung von Tumorerkrankungen treten häufig entzündliche Schleimhautveränderungen auf. Brasilianische Wissenschaftler werteten Studien aus den Jahren 2013 bis 2015 zur Klärung der Frage inwieweit Glutamin bei der Behandlung entzündlicher Schleimhauterkrankungen von Nutzen ist aus. Bekanntlich ist Glutamin ein essentielles Nährsubstrat für sich schnell teilende Zellen. Die Literaturstudie ergab, dass durch eine Glutaminsupplementierung schwere Formen von Schleimhautentzündungen verhindert werden können.

Referenz:
Pinheiro et al.: Use of Glutamine as Supplementation in Oncological Patients in Treatment That Present Mucosite. https://escipub.com/gjmb-2018-05-1801/


Taurin vermindert Muskelkrämpfe

Wissenschaftler aus Australien konnten nachweisen, dass die Supplementierung von zwei Gramm Taurin pro Tag bei Patienten mit chronischer Lebererkrankung zu einer signifikanten Verminderung von Muskelkrämpfen führte. Auch die Länge und der Schweregrad der Muskelkrämpfe wurden vermindert.

Referenz:
Vidot H et al.: Randomised clinical trial: oral taurine supplementation versus placebo reduces muscle cramps in patients with chronic liver disease. Aliment Pharmacol Ther. 2018 Oct;48(7):704-712.


Glutamin bei Reizdarm

Wissenschaftler aus den USA publizierten einen Fachartikel über eine randomisierte Doppelblindstudie. Untersucht wurde die Wirksamkeit einer oralen Glutamintherapie bei Patienten mit postinfektziösem Reizdarmsyndrom. Die Studie dauerte acht Wochen. 54 Studienteilnehmer erhielten Glutamin, 52 Personen bekamen ein Placebopräparat. Die Glutaminsupplementierung führte bei den Reizdarmpatienten zu einer eindrucksvollen Besserung der Reizdarmsymptomatik. Während der Behandlung wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.

Referenz:
Zhou Q et al.: Randomised placebo-controlled trial of dietary glutamine supplements for postinfectious irritable bowel syndrome. Gut. 2018 Aug 14. pii: gutjnl-2017-315136.


Vortrag: Erkältungen vorbeugen – das Immunsystem stärken mit Mikronährstoffen

Im Herbst und im Winter kommt es vermehrt zu Erkältungskrankheiten. Das muss aber nicht sein. Von entscheidender Bedeutung ist eine gute Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Dafür ist u.a. eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen notwendig.

In dem Vortrag erklären wir die Bedeutung der Mikronährstoffe für die Immunkompetenz und warum es sinnvoll ist, eine Mikronährstoffanalyse des Blutes durchzuführen.

Wir laden Sie recht herzlich ein zu unserem Vortrag:

„Erkältungen vorbeugen – das Immunsystem stärken mit Mikronährstoffen“

Der Vortrag findet am 18. November 2018 um 16.00 Uhr in der Naturklinik Michelrieth, Löwensteinstraße 15 in 97828 Marktheidenfeld-Michelrieth statt. Referent ist Dr.med. Hans-Günter Kugler. Der Eintritt ist kostenlos.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.


Verzweigtkettige Aminosäuren und Albumin

Wissenschaftler aus Japan untersuchten bei Patienten mit Herzinsuffizienz und verminderten Albuminspiegeln den Einfluss einer Supplementierung von verzweigtkettigen Aminosäuren (Leucin, Isoleucin und Valin, auch BCAAs genannt) auf den Krankheitsverlauf. Sie konnten nachweisen, dass eine Supplementierung mit verzweigtkettigen Aminosäuren den Albuminspiegel erhöhte und den Herz-Thorax-Quotient verminderte.

Referenz:
Uchino Y et al.: Effect of Oral Branched-Chain Amino Acids on Serum Albumin Concentration in Heart Failure Patients with Hypoalbuminemia: Results of a Preliminary Study. Am J Cardiovasc Drugs. 2018 Mar 6.


Methionin und Herzinfarkt

Methionin ist eine essentielle Aminosäure, die an Methylierungsreaktionen und am Fettstoffwechsel beteiligt ist. Norwegische Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Plasmakonzentration von Methionin und dem Auftreten von Herzinfarkt bei 4156 Patienten mit stabiler Angina Pectoris. Sie konnten nachweisen, dass niedrige Methioninkonzentrationen das Risiko für Herzinfarkt bei den Patienten erhöhten, die erhöhte Werte an aterogenen Lipiden aufwiesen, z. B. Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B. Höhere Methioninkonzentrationen verminderten tendenziell auch das Herzinfarktrisiko bei Patienten die jünger als 62 Jahre waren und bei Patienten ohne Diabetes oder Bluthochdruck.

Referenz:
Dhar I et al.: Plasma methionine and risk of acute myocardial infarction: Effect modification by established risk factors. Atherosclerosis. 2018 Mar 23;272:175-181.


Cystein ist wichtig für die Gesundheit

Aminosäure Cystein ein wichtiges Antioxidans

Wissenschaftler aus Chile publizierten einen Fachartikel, indem sie sich mit dem Nutzen der Aminosäure Cystein für die menschliche Gesundheit beschäftigten. Zu den klar bewiesenen Effekten von Cystein gehört seine Funktion als Antioxidans. Cystein ist die Vorstufe für die Bildung von Glutathion. Die reduzierte Form des Glutathions spielt eine fundamentale Rolle für den Schutz des Organismus gegen Schäden durch oxiativen Stress.

Eine Neutralisierung freier Radikale kann z. B. auch die Wundheilung nach bestimmten chirurgischen Eingriffen verbessern. Die antioxidative Funktion des Cysteins hat auch einen Zusammenhang mit zerebrovaskulären Ereignissen und kann lärminduzierte Hörverluste vermindern.

Der Wirkstoff N-Acetylcystein (NAC) hat eine schleimlösende Funktion. Cystein wird auch gerne zur Verbesserung des Haarwachstums eingesetzt, da das Protein Keratin in den Haaren hohe Mengen an Cystein enthält. Cystein bildet Disulfidbrücken, die für die Stärke und Festigkeit des Keratins sorgen.

Cystein ist ein wichtiger Regulator für die Immunaktivität und bewirkt auch eine vermehrte Freisetzung mancher Effektormoleküle. Cystein trägt auch zum Schutz des Verdauungstraktes bei exzessivem Alkoholkonsum bei. Außerdem hat Cystein günstige Effekte auf die Gefäßfunktion und kann z. B. das Risiko für Schlaganfälle vermindern.

Referenz:
Noelia Clemente Plaza et al.: Effects of the Usage of l-Cysteine (l-Cys) on Human Health. Molecules 2018, 23, 575; doi:10.3390/molecules23030575