N-Acetylcystein bei Psychosen

Wissenschaftler aus Australien und Spanien untersuchten, inwieweit eine Zusatztherapie mit N-Acetylcystein (NAC) bei Patienten mit Schizophrenie und bipolarer Störung einen positiven Effekt hatte. 58 Studienteilnehmer erhielten entweder zwei Gramm N-Acetylcystein pro Tag oder ein Placebo-Präparat über 24 Wochen. Nach 24 Wochen hatte die NAC-Gruppe signifikant bessere Leistungen des Arbeitsgedächtnisses im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Referenz:
Rapado-Castro M et al.: Cognitive effects of adjunctive N-acetyl cysteine in psychosis. Psychol Med. 2016 Nov 29:1-11.

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N-Acetylcystein (NAC) bei Morbus Parkinson

US-Wissenschaftler untersuchten in einem Zellkulturversuch den Einfluss von N-Acetylcystein auf das Überleben dopaminerger Neurone. Das Ergebnis der Studie zeigte erstmalig einen direkten Effekt von NAC auf das dopaminerge System bei Parkinsonpatienten. Bei Patienten, die mit NAC behandelt wurden, konnte eine erhöhte Bindung des Dopamintransporters im Nukleos caudatus und Putanem nachgewiesen werden.

Referenz:
Monti DA et al.: N-Acetyl Cysteine May Support Dopamine Neurons in Parkinson’s Disease: Preliminary Clinical and Cell Line Data. PLoS One. 2016 Jun 16;11(6):e0157602.

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Cystein vermindert das Schlaganfallrisiko bei Frauen

In einer schwedischen Studie wurde anhand von Daten der schwedischen Mammographie Kohortenstudie untersucht, inwieweit die Cysteinaufnahme das Schlaganfallrisiko beeinflusst. Die schwedischen Wissenschaftler konnten feststellen, dass die Cysteinaufnahme über die Nahrung invers mit dem Schlaganfallrisiko verbunden war.

Referenz:
Larsson SC et al.: Dietary Cysteine and Other Amino Acids and Stroke Incidence in Women; Stroke. 2015 Feb 10. pii: STROKEAHA.114.008022

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N-Acetylcystein wirksam bei Bleibelastung

In einer polnischen Studie wurde bei bleiexponierten Arbeitern die Wirksamkeit von N-Acetylcystein untersucht. Hierbei zeigte sich, dass die Bleispiegel durch NAC im Vergleich zu einer Referenzgruppe signifikant gesenkt werden konnten. Auch die Konzentrationen von Homocystein wurden in Abhängigkeit von der NAC-Dosis signifikant vermindert. Ebenso bewirkt N-Acetylcystein eine Verminderung des oxidativen Stresses.

Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass der Wirkstoff N-Acetylcystein als alternative Therapie bei chronischer Bleivergiftung des Menschen eingeführt werden könne.

Referenz:
Kasperczyk S et al.: Effect of N-acetylcysteine administration on homocysteine level, oxidative damage to proteins, and levels of iron (Fe) and Fe-related proteins in lead-exposed workers; Toxicol Ind Health. 2015 Mar 2.

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N-Acetylcystein und Schizophrenie

An der Entstehung der Schizophrenie sind neurotrophe, neuroinflammatorische und oxidative Prozesse beteiligt, des Weiteren gibt es Hinweise auf eine Störung des glutamatergen Systems und der Mitochondrienfunktion. Dies sind alles Angriffspunkte von N-Acetylcystein. Bei 121 Patienten wurde der Effekt von N-Acetylcystein als adjuvante Therapie bei der Schizophrenie untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigte einen möglichen Vorteil von N-Acetylcystein gegenüber eines Placebopräparates auf das Befinden von Patienten mit chronischer Schizophrenie. Bei Patienten, die bereits 20 und mehr Jahre an der Erkrankung litten, war das Ansprechen auf die Therapie stärker ausgeprägt.

Referenz:
Rapado-Catro M et al.: Towards stage specific treatments: Effects of duration of illness on therapeutic response to adjunctive treatment with N-acetyl cysteine in schizophrenia; Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2014 Oct 11

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Antioxidative Kapazität von NAC

Britische Wissenschaftler gingen in einem Fachartikel der Frage nach, wie die antioxidativen Eigenschaften von NAC zu bewerten seien. N-Acetylcystein ist bekanntlich ein Wirkstoff, der bei einer Paracetamolvergiftung sowie zur Schleimlösung eingesetzt wird. Auch zum Schutz gegen eine Kontrastmittel-induzierte Nephropathie und Thrombose wird NAC eingesetzt. Die britischen Wissenschaftler untersuchten die neueren Studien mit der Fragestellung, ob NAC einen eigenen antioxidativen Effekt besitzt oder ob die therapeutische Wirkung durch die Verstoffwechselung zu Glutathion zu erklären ist. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass NAC selber nicht als starkes Antioxidans zu betrachten sei; seine therapeutische Bedeutung liegt darin, dass es den Glutathionspiegel erhöht.

Referenz:
Rushworth GF et al.: Existing and potential therapeutic uses for N-acetylcysteine: The need for conversion to intracellular glutathione for antioxidant benefits. Pharmacol Ther. 2013 Sep. 28. pii: SO163-7258(13)00195-2.

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Cystein, Histidin und Glycin zeigen antientzündlichen Effekt

Bei der Pathogenese von Gefäßerkrankungen dürfte die Aktivierung von NF-Kappa-B in Endothelzellen eine Rolle spielen. Japanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt verschiedener Aminosäuren auf die Cytokinproduktion und Expression von Adhäsionsmolekülen bei entzündlichen Erkrankungen. Sie untersuchten den Effekt der Aminosäuren Cystein, Histidin und Glycin auf die Aktivierung von NF-Kappa-B, die Expression von E-Selektin und die Bildung von Interleucin 6 bei Gefäßendothelzellen, die mit TNF-Alpha stimuliert wurden. Alle drei untersuchten Aminosäuren verminderten signifikant die NF-Kappa-B-Aktivierung sowie die Expression von E-Selektin und die Bildung von Interleukin 6. Cystein zeigte den ausgeprägtesten Effekt.

Referenz:
Hasegawa S et al.: Cysteine, histidine and glycine exhibit anti-inflammatory effects in human coronary arterial endothelial cells; Clin Exp Immunol. 2012 Feb; 167(2): 269-74

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NAC und Fettstoffwechsel

Der oxidative Stress spielt bei der Entstehung von Diabetes, arterieller Hypertonie und Arteriosklerose eine wichtige Rolle. Argentinische Wissenschaftler verwendeten Präadipozyten in einer Zellkultur als Modell für die Entstehung von Übergewicht. Sie konnten nachweisen, dass parallel zur Fettanreicherung auch die ROS sowie SOD und GPX in der Zellkultur anstiegen. Durch Zugabe von N-Acetyl-Cystein konnte die Fettanreicherung konzentrationsabhängig verhindert werden. Auch verschiedene Enzymaktivitäten, die mit der Fettanreicherung zusammenhingen, wurden durch NAC verhindert.

Referenz:
Calzadilla P et al.: N-Acetylcysteine reduces markers of differentiation in 3T3-L1 adipocytes; Int J Mol Sci. 2011, 12(10): 6936-51

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NAC bei psychiatrischen Erkrankungen

NAC wurde als Wirkstoff bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt. Dazu führten Wissenschaftler auch mehrere Studien durch, z.B. verminderte NAC das Suchtverhalten bei Marihuana-, Nicotin- und Kokainabhängigkeit. Günstige Effekte zeigten sich auch bei der Spielsucht sowie bei Zwangserkrankungen und der Trichotillomanie. Auch bei bipolaren Störungen und bei der Schizophrenie wurde NAC mit Erfolg eingesetzt. Als Wirkmechanismus ist eine Verminderung proinflammatorischer Zytokine nachweisbar. Bei psychiatrischen Erkrankungen liegt sehr häufig ein oxidativer Stress vor, zum anderen kommt es durch N-Acetyl-Cystein zu einer Veränderung der Glutamat- und Glutamin-Neurotransmission. N-Acetyl-Cystein scheint also eine vielversprechende Substanz für die Behandlung verschiedener psychiatrischer Störungen zu sein.

Referenz:
Olivia Dean et al.: N-acetylcysteine in psychiatry: current therapeutic evidence and potential mechanisms of action; J Psychiatry Neurosci 2011; 36(2): 78-86

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NAC schützt gegen Toxizität von Glucokortikoiden

In einer Studie brasilianischer Wissenschaftler wurde untersucht, wie sich das sythetische Glucocorticoid Dexamethason auf eine Zellkultur mit Pankreas-Inselzellen auswirkt und ob dieser Effekt durch N-Acetyl-Cystein beeinflusst werden kann. Durch Dexamethason kam es zu einer vermehrten Bildung von ROS, außerdem wurde die Insulinsekretion der Pankreaszellen beeinträchtigt. Die festgestellten Veränderungen konnten durch Acetyl-Cystein in vollem Umfang rückgängig gemacht werden.

Referenz:
Roma LP et al.: N-acetylcysteine protects pancreatic islet against glucocorticoid toxicity; Redox Rep. 2011; 16(4): 173-80

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