Glutamin bei Reizdarm

Wissenschaftler aus den USA publizierten einen Fachartikel über eine randomisierte Doppelblindstudie. Untersucht wurde die Wirksamkeit einer oralen Glutamintherapie bei Patienten mit postinfektziösem Reizdarmsyndrom. Die Studie dauerte acht Wochen. 54 Studienteilnehmer erhielten Glutamin, 52 Personen bekamen ein Placebopräparat. Die Glutaminsupplementierung führte bei den Reizdarmpatienten zu einer eindrucksvollen Besserung der Reizdarmsymptomatik. Während der Behandlung wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.

Referenz:
Zhou Q et al.: Randomised placebo-controlled trial of dietary glutamine supplements for postinfectious irritable bowel syndrome. Gut. 2018 Aug 14. pii: gutjnl-2017-315136.


Glutamineinnahme bei kolorektalem Karzinom und Kolonkarzinom

Wissenschaftler aus dem Iran publizierten einen systematischen Übersichtsartikel über den Effekt einer Glutamingabe bei Patienten mit Kolonkarzinom und kolorektalem Karzinom. In die Übersichtsarbeit wurden neun randomisierte Doppelblindstudien aufgenommen. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine Glutaminsupplementierung bei Darmkrebspatienten einige Komplikationen der Chemotherapie reduzieren konnte, wie z.B. eine Entzündung der Darmschleimhaut. Außerdem führte die Glutamingabe zu einer Verbesserung  der Wundheilung nach chirurgischen Eingriffen und zu einer Verbesserung der Stickstoffbilanz des Immunsystems.

Referenz:
Jolfaie NR, Mirzaie S et al.: The effect of glutamine intake on complications of colorectal and colon cancer treatment: A systematic review; J Res Med Sci. 2015 Sep;20(9):910-8.


Glutamin vermindert oxidativen Stress

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten den Einfluss einer Supplementierung von sieben Gramm Glutamin vor einer körperlichen Anstrengung auf Parameter des oxidativen Stresses. Der körperliche Stress bestand in einem Langstreckenlauf von 14 Kilometern. Durch die Supplementierung von Glutamin kam es zu einer deutlichen Verbesserung der Parameter des oxidativen Stresses im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die ein Placebopräparat eingenommen hatten.

Referenz:
B. Nakhostin-Roohi, R. Javanamani: The effect of glutamine supplementation on exercise-induces oxidative stress; Journal of Advances Agricultural Technologies Vo. 2. No. 1 June 2015


Glutamin bei Krebspatienten

Deutsche Wissenschaftler untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen der Glutaminkonzentration im Plasma und Befindlichkeitsparametern von Tumorpatienten gibt. An der Studie nahmen 100 Tumorpatienten teil, darunter 34 Frauen. Der Ernährungsstatus war bei 19 Prozent der Teilnehmer beeinträchtigt. Die durchschnittliche Glutamin-Plasmakonzentration bewegte sich im normalen Referenzbereich, wobei die Konzentration mit zunehmender Beeinträchtigung der Körperfunktion absank. Es zeigten sich Zusammenhänge zwischen der Glutaminkonzentration und CRP sowie mit der physischen und affektiven Müdigkeit und Gesamtmüdigkeit. Die Entzündungsmarker stiegen bei schlechter körperlicher Verfassung an. Bei Krebspatienten besteht also eine systemische Entzündung, die zu einer katabolen Stoffwechsellage und zu einer Glutaminverarmung führt. Die Glutaminverarmung ist mit Müdigkeit bei Krebserkrankungen assoziiert.

Referenz:
Marcus Schlemmer, Ulrich Suchnerb et al.: Is glutamine deficiency the link between inflammation, malnutrition, and fatigue in cancer patients? Clinical Nutrition; Available online 10 January 2015


Glutamin verbessert kardiovaskuläre Risikofaktoren

66 Patienten mit  Typ-2-Diabetes erhielten über einen Zeitraum von sechs Wochen entweder 30 g Glutamin oder ein Placebopräparat. Nach der sechswöchigen Behandlungsperiode zeigten sich signifikante Unterschiede bei der Körperfettmasse und beim prozentualen Körperfettanteil. Außerdem hatten die Teilnehmer der Glutamingruppe signifikant niedrigere Taillenumfänge. Auch  bei verschiedenen Laborparametern schnitten die Patienten der Glutamingruppe deutlich besser ab, z.B. beim Nüchternblutzucker und beim HbA1c. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass bei Supplementierung von 30 g Glutamin pro Tag eine deutliche Verbesserung verschiedener kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Typ-2-Diabetikern auftrat.

Referenz:
Mansour A et al.: Effect of glutamine supplementation on cardiovascular risk factors in patients with type 2 diabetes. Nutrition. 2015 Jan;31(1):119-26. doi: 10.1016/j.nut.2014.05.014. Epub 2014 Jun 23.


Glutamin bei Typ-2-Diabetes

Glutamin steigert bekanntlich die Freisetzung von GLP-1. Wissenschaftler aus Australien untersuchten deswegen, wie sich eine Glutaminsupplementierung bei Typ-2-Diabetikern auswirkt. Zusätzlich zu Metformin erhielten die Typ-2-Diabetes-Patienten entweder 15 Gramm Glutamin pro Tag oder 15 Gramm Glutamin mit einem so genannten DPP-4-Inhibitor, einem Medikament das den Abbau von GLP-1 im Darm hemmt. Außerdem gab es noch eine Placebogruppe. Das Ergebnis der Studie war Folgendes: Die Blutzuckerwerte bei den Typ-2-Diabetes-Patienten konnten durch die Glutaminsupplementierung verbessert werden, egal ob mit oder ohne DPP-4-Hemmer.

Referenz:
Dorit Samocha-Bonet,  Donald J. Chisholm et al.: Glycemic Effects and Safety of L-Glutamine Supplementation with or without Sitagliptin in Type 2 Diabetes Patients—A Randomized Study; PLoS One, Published: November 20, 2014


Glutamin kann Abnehmen unterstützen

Glutamin verbessert bekanntlich die Insulinsensitivität bei schwer kranken Patienten. In einer Pilotstudie untersuchten nun Italienische Wissenschaftler, ob eine Glutaminsupplementierung auch eine Gewichtsabnahme fördert. Die Studienteilnehmer, übergewichtige und adipöse Patientinnen, erhielten entweder vier Wochen lang zusätzlich ein Glutamin- oder ein Proteinsupplement. Das Körpergewicht und der Taillenumfang verringerten sich nach der Glutaminsupplementierung signifikant, auch die Insulinämie und der HOMA-IR nahmen nach Glutamineinnahme 20 Prozent ab. Diese Pilotstudie zeigte, dass Glutamin nebenwirkungsfrei ist und eine Gewichtsabnahme effektiv unterstützt und möglicherweise auch den Glukosestoffwechsel verbessert.

Referenz:
Laviano A et al.: Glutamine supplementation favors weight loss in nondieting obese female patients. A pilot study; Eur J Clin Nutr. 2014 Sep 17. doi: 10.1038/ejcn.2014.184


Glutamin und Molkeprotein verbessern intestinale Permeabilität

In einer Studie indischer Wissenschaftler wurde der Effekt einer Glutaminsupplementierung auf die intestinale Permeabilität (Durchlässigkeit der Darmwand) bei Patienten mit Morbus Crohn untersucht. Die Teilnehmer der Studie erhielten entweder 0,5 g Glutamin pro Kilogramm Körpergewicht oder ein Molkeproteinpräparat. Sowohl Glutamin wie auch Molkeprotein verbesserten bei den Patienten signifikant die intestinale Permeabilität.

Referenz:
Benjamin J et al.: Glutamine and whey proteine improve intestinal permeability and morphology in patients with Crohn´s disease: A randomized controlled trial; Dig Dis Sci, 2011 Oct 26


Glutamin verbessert Verdauungsfunktion nach Magenoperationen

Der postoperative Ileus ist eine der häufigsten Komplikationen der gastrointestinalen Chirurgie. Bei 31 Patienten, die sich einer teilweisen Magenentfernung unterziehen mussten, wurde der Effekt von Glutamin (3 g täglich) auf die motorischen Aktivitäten des Zwölffingerdarms untersucht. Bei den Patienten, die Glutamin erhielten, waren die motorischen Aktivitäten signifikant größer als bei den Patienten der Kontrollgruppe. Außerdem zeigte die Glutamingruppe einen signifikant niedrigeren Abfall der Glutaminkonzentration nach dem operativen Eingriff.

Referenz:
Mochiki E. et al.: Effects of glutamine on gastrointestinal motor activity in patients following gastric surgery; World J Surg 2011