Vitamin B6 ist essenziell für die Serinsynthese

Forscher aus den Niederlanden konnten in einem Zellkulturversuch mit Nervenzellen nachweisen, dass bei einem Vitamin-B6-Mangel die Synthese von Serin signifikant reduziert war. Dies führte dazu, dass auch die Bildung von Glycin und 5-Methyltetrahydrofolat vermindert war. Vitamin B6 ist also essenziell für die Serinsynthese und die Neubildung von Serin. Außerdem spielt Vitamin B6 eine zentrale Rolle zur Aufrechterhaltung der intrazellulären Serin- und Glycinspiegel. Diese Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass die Serin- und Glycinkonzentrationen im Gehirn bei Patienten mit Vitamin-B6-responsiver Epilepsie vermindert sein könnten.

Referenz:
Ramos RJ, Pras-Raves ML et al.: Vitamin B6 is essential for serine de novo biosynthes; J Inherit Metab Dis. 2017 Aug 11. doi: 10.1007/s10545-017-0061-3

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Niedrige Glycinkonzentrationen begünstigen Typ-2-Diabetes

Verschiedene Wissenschaftler aus Deutschland untersuchten anhand von Daten der Potsdam-EPIC-Studie, welche Ernährungsfaktoren dafür verantwortlich sind, dass der Verzehr von rotem Fleisch das Auftreten von Typ-2-Diabetes fördert.

In der Studie waren eine hohe Ferritinkonzentration, eine niedrige Glycinkonzentration und Veränderungen des Fettstoffwechsels mit dem Verzehr von rotem Fleisch assoziiert und auch unabhängig von rotem Fleisch mit dem Diabetesrisiko. Bereits in früheren Studien waren die Glycinkonzentrationen als Antwort auf eine fleischbetonte Ernährung niedriger als bei einer pflanzenprotein-basierten Ernährung, obwohl der Glycingehalt im Fleisch um 50 Prozent höher lag als in pflanzlichen Proteinen. Es ist also davon auszugehen, dass es durch den Fleischverzehr zu einem erhöhten Glycinverbrauch kommt. Glycin ist mit der Insulinresistenz assoziiert, es spielt eine zentrale Rolle für die Gluconeogenese und für die Bildung von Glutathion.

Referenz:
Clemens Wittenbecher, Kristin Mühlenbruch et al.: Amino acids, lipid metabolites, and ferritin as potential mediators
linking red meat consumption to type 2 diabetes; AJCN. First published ahead of print May 6, 2015

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Glycineffekte auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel

Zwei US-Wissenschaftler befassten sich in einem Fachartikel mit dem möglichen Nutzen von Glycinsupplementen für das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Glycin hatte in einer Studie einen stabilisierenden Effekt auf die Blutplättchen, wodurch es zu einer Verminderung der Thrombozytenaggregation (Verklumpung der Blutplättchen) kam. Glycin zeigte in Untersuchungen auch einen antiinflammatorischen Effekt bei Versuchen mit menschlichen Zellen der Koronararterien, was eine antiarteriosklerotische Wirkung nahelegt.

Im Hinblick auf Diabetes ist von Bedeutung, dass hohe Dosen Glycin die Bildung von AGE´s verhindern können. Eine Glycinsupplementierung könnte auch bei verschiedenen diabetischen Folgeerkrankungen von Vorteil sein. Beispielsweise wurde nachgewiesen, dass sich das Hörvermögen und die Nervenleitgeschwindigkeit der Hörnerven bei Diabetikern verbesserten. Zudem führte eine Supplementierung mit Glycin bei Patienten mit metabolischem Syndrom zu günstigeren Ergebnissen von Parametern des oxidativen Stresses in Erythrozyten und Leukozyten und verminderte den systolischen Blutdruck.

Es gibt auch Hinweise aus Studien, dass Glycin die Bildung von Glucagon-like-Peptid zu verbessern vermag. Das Protein Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) ist ein Peptidhormon, das eine wichtige Rolle im Zuckerstoffwechsel spielt. Es stimuliert die Produktion von Insulin in den Betazellen und senkt die Bildung von Glucagon.

Wissenschaftler halten die klinische Erprobung von Glycinsupplementen im Hinblick auf eine Verbesserung der GLP-1-Produktion für dringend erforderlich.

Referenz:
Mark F McCarty, James J DiNicolantonio: The cardiometabolic benefits of glycine: Is glycine an ‘antidote’ to dietary fructose? Open Heart 2014;1

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Cystein, Histidin und Glycin zeigen antientzündlichen Effekt

Bei der Pathogenese von Gefäßerkrankungen dürfte die Aktivierung von NF-Kappa-B in Endothelzellen eine Rolle spielen. Japanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt verschiedener Aminosäuren auf die Cytokinproduktion und Expression von Adhäsionsmolekülen bei entzündlichen Erkrankungen. Sie untersuchten den Effekt der Aminosäuren Cystein, Histidin und Glycin auf die Aktivierung von NF-Kappa-B, die Expression von E-Selektin und die Bildung von Interleucin 6 bei Gefäßendothelzellen, die mit TNF-Alpha stimuliert wurden. Alle drei untersuchten Aminosäuren verminderten signifikant die NF-Kappa-B-Aktivierung sowie die Expression von E-Selektin und die Bildung von Interleukin 6. Cystein zeigte den ausgeprägtesten Effekt.

Referenz:
Hasegawa S et al.: Cysteine, histidine and glycine exhibit anti-inflammatory effects in human coronary arterial endothelial cells; Clin Exp Immunol. 2012 Feb; 167(2): 269-74

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Glycin und Zink

Glycinrezeptoren sind im zentralen Nervensystem weit verbreitet, und es ist schon länger bekannt, dass die Funktion der Glycinrezeptoren durch Zink beeinflusst wird. Zink wird in synaptischen Vesikeln gespeichert; die höchsten Konzentrationen finden sich im Hippocampus und im Riechkolben. US-Wissenschaftler der Florida State University konnten nachweisen, dass hohe Glycinkonzentrationen den modulierenden Effekt von Zink zu verhindern vermögen. Außerdem wurde festgestellt, dass das Timing der Glycin- und Zinkfreisetzung ebenfalls die Zinkeffekte beeinflusst. Niedrige Zinkkonzentrationen können die Aktivität der Glycinrezeptoren deutlich verstärken. Die glycinerge Transmission ist also durch verschiedene Faktoren beeinflussbar.

Referenz:
Trombley PQ et al.: Zinc modulation of glycine receptors; Neuroscience. 2011 Apr 22

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