Leucin und Muskelproteinsynthese

Es ist bekannt, dass bei älteren Menschen die Muskelproteinsynthese schlechter wird, was darauf zurückzuführen ist, dass der Muskelstoffwechsel eine geringere Sensitivität für die Aminosäurenkonzentrationen hat, und die Muskelproteinsynthese deshalb schlechter auf die Aminosäurenkonzentrationen reagiert. Dem liegen Störungen der Muskelsignalwege zugrunde, insbesondere besteht eine Störung des mTORC1-Signalweges. Diese Störung der Proteinsynthese kann durch Veränderung der Eiweiß- und Aminosäurenzufuhr beeinflusst werden. Von großer Bedeutung ist hier insbesondere die Leucinsupplementierung. Problematisch ist allerdings, dass eine lang andauernde Hochdosis-Leucin-Supplementierung auch mögliche nachteilige Effekte hat, z.B. eine Förderung von Insulinresistenz und Tumorentstehung.

Referenz:
Jean-Pascal De Bandt: Leucine and Mammalian Target of Rapamycin–Dependent Activation of Muscle Protein Synthesis in Aging. J Nutr. 2016 Dec;146(12):2616S-2624S. Epub 2016 Nov 9.


Verzweigtkettige Aminosäuren und Typ-2-Diabetes

US-Wissenschaftler untersuchten anhand von Daten der Nurses`Health Study und der Health Professionals Follow-up Study, ob die Aufnahme der verzweigtkettigen Aminosäuren das Risiko für Typ-2-Diabetes beeinflusste. Die Auswertung der Daten zeigte, dass eine hohe Aufnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren (Isoleucin, Leucin und Valin) mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert war.

Referenz:
Zheng Y et al.: Cumulative consumption of branched-chain amino acids and incidence of type 2 diabetes. Int J Epidemiol. 2016 Jul 13. pii: dyw143.