Verzweigtkettige Aminosäuren verbessern mentale Leistungsfähigkeit

Die Wirksamkeit der verzweigtkettigen Aminosäuren auf die körperliche Leistungsfähigkeit wurde bereits ausführlich untersucht. Über den Einfluss auf die mentale Leistungsfähigkeit nach körperlicher Anstrengung war bisher wenig bekannt. Bei 14 Fußballspielern wurde dieser Zusammenhang jetzt untersucht. Die Studienteilnehmer, die verzweigtkettige Aminosäuren einnahmen, zeigten nach der körperlichen Belastung eine bessere psychomotorische Leistungsfähigkeit als die Studienteilnehmer mit einem Placebopräparat.

Referenz:
Beau Kjerulf Greer et al.: BCAA Supplementation Improves Mental Performance Following a Soccer-Specific Conditioning Session: 2383 Board #219 June 1 11. Medicine & Science in Sports & Exercise 50:589 • May 2018


N-Acetylcystein verbessert Veträglichkeit von Paracetamol

Paracetamol ist ein viel verwendetes Schmerzmittel von dem bekannt ist, dass es bereits in therapeutischen Dosen zu Veränderungen des Leberstoffwechsels führen kann. Glutathion spielt eine wichtige Rolle im Paracetamolstoffwechsel. N-Acetylcystein (NAC) gilt als Antidot bei einer Paracetamolvergiftung. Wissenschafter aus Frankreich untersuchten in einer Studie, wie sich die paralelle Einnahme von Paracetamol und N-Acetylcystein auf die Wirksamkeit von Paracetamol auswirkte. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Glutathionverminderung durch Paracetamol mittels NAC aufgehoben werden konnte. Der analgetische Effekt von Paracetamol wurde durch NAC nicht nachteilig beeinflusst. Das Ergebnis dieser Studie ist besonders wichtig für Patienten, die längerfristig Paracetamol einnehmen.

Referenz:
Pickering G et al: N-acetylcysteine prevents glutathione decrease and does not interfere with paracetamol antinociceptive effect at therapeutic dosage: a randomized double-blind controlled trial in healthy subjects. Fundam Clin Pharmacol. 2018 Nov 24.


Tryptophanspiegel als Indikator für kognitiven Abbau

Wissenschaftler aus Mexiko untersuchten bei 77 nicht dementen Frauen über 50 Jahre verschiedene Parameter des Tryptophanstoffwechsels sowie das Verhältnis von reduziertem Glutathion zu Gesamtglutathion. Das Ausmaß kognitiver Störungen war positiv mit dem Lebensalter und signifikant negativ mit dem Tryptophanspiegel assoziiert. Der Depressionsscore korrelierte negativ mit Tryptophan. Auch das Verhältnis GSH/GSSG korrelierte positiv mit den Tryptophanspiegeln. Die Tryptophankonzentration bzw. der Tryptophanabbau ist also stark mit der kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert.

Referenz:
L. A. Ramos-Chávez et al.: Low Serum Tryptophan Levels as an Indicator of Global Cognitive Performance in Nondemented Women over 50 Years of Age. Oxidative Medicine and Cellular Longevity Volume 2018, Article ID 8604718, 10 pages


Effekt einer Citrullinsupplementierung auf den Blutdruck

Wissenschaftler aus dem Iran und aus Großbritannien publizierten eine Metaanalyse über die Wirksamkeit einer oralen Citrullinsupplementierung auf den systolischen und diastolischen Blutdruck. Die Auswertung von 15 Studien ergab, dass Citrullin den systolischen und diastolischen Blutdruck verbessert und bei prähypertensiven und hypertensiven Personen am wirksamsten ist.

Referenz:
Mahboobi S et al.: Effect of L-citrulline supplementation on blood pressure: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Hum Hypertens. 2018 Sep 11.


Glutamin vermindert Schleimhautentzündungen

Im Rahmen einer Behandlung von Tumorerkrankungen treten häufig entzündliche Schleimhautveränderungen auf. Brasilianische Wissenschaftler werteten Studien aus den Jahren 2013 bis 2015 zur Klärung der Frage inwieweit Glutamin bei der Behandlung entzündlicher Schleimhauterkrankungen von Nutzen ist aus. Bekanntlich ist Glutamin ein essentielles Nährsubstrat für sich schnell teilende Zellen. Die Literaturstudie ergab, dass durch eine Glutaminsupplementierung schwere Formen von Schleimhautentzündungen verhindert werden können.

Referenz:
Pinheiro et al.: Use of Glutamine as Supplementation in Oncological Patients in Treatment That Present Mucosite. https://escipub.com/gjmb-2018-05-1801/


Taurin vermindert Muskelkrämpfe

Wissenschaftler aus Australien konnten nachweisen, dass die Supplementierung von zwei Gramm Taurin pro Tag bei Patienten mit chronischer Lebererkrankung zu einer signifikanten Verminderung von Muskelkrämpfen führte. Auch die Länge und der Schweregrad der Muskelkrämpfe wurden vermindert.

Referenz:
Vidot H et al.: Randomised clinical trial: oral taurine supplementation versus placebo reduces muscle cramps in patients with chronic liver disease. Aliment Pharmacol Ther. 2018 Oct;48(7):704-712.


Glutamin bei Reizdarm

Wissenschaftler aus den USA publizierten einen Fachartikel über eine randomisierte Doppelblindstudie. Untersucht wurde die Wirksamkeit einer oralen Glutamintherapie bei Patienten mit postinfektziösem Reizdarmsyndrom. Die Studie dauerte acht Wochen. 54 Studienteilnehmer erhielten Glutamin, 52 Personen bekamen ein Placebopräparat. Die Glutaminsupplementierung führte bei den Reizdarmpatienten zu einer eindrucksvollen Besserung der Reizdarmsymptomatik. Während der Behandlung wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.

Referenz:
Zhou Q et al.: Randomised placebo-controlled trial of dietary glutamine supplements for postinfectious irritable bowel syndrome. Gut. 2018 Aug 14. pii: gutjnl-2017-315136.


Vortrag: Erkältungen vorbeugen – das Immunsystem stärken mit Mikronährstoffen

Im Herbst und im Winter kommt es vermehrt zu Erkältungskrankheiten. Das muss aber nicht sein. Von entscheidender Bedeutung ist eine gute Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Dafür ist u.a. eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen notwendig.

In dem Vortrag erklären wir die Bedeutung der Mikronährstoffe für die Immunkompetenz und warum es sinnvoll ist, eine Mikronährstoffanalyse des Blutes durchzuführen.

Wir laden Sie recht herzlich ein zu unserem Vortrag:

“Erkältungen vorbeugen – das Immunsystem stärken mit Mikronährstoffen”

Der Vortrag findet am 18. November 2018 um 16.00 Uhr in der Naturklinik Michelrieth, Löwensteinstraße 15 in 97828 Marktheidenfeld-Michelrieth statt. Referent ist Dr.med. Hans-Günter Kugler. Der Eintritt ist kostenlos.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.


Verzweigtkettige Aminosäuren und Albumin

Wissenschaftler aus Japan untersuchten bei Patienten mit Herzinsuffizienz und verminderten Albuminspiegeln den Einfluss einer Supplementierung von verzweigtkettigen Aminosäuren (Leucin, Isoleucin und Valin, auch BCAAs genannt) auf den Krankheitsverlauf. Sie konnten nachweisen, dass eine Supplementierung mit verzweigtkettigen Aminosäuren den Albuminspiegel erhöhte und den Herz-Thorax-Quotient verminderte.

Referenz:
Uchino Y et al.: Effect of Oral Branched-Chain Amino Acids on Serum Albumin Concentration in Heart Failure Patients with Hypoalbuminemia: Results of a Preliminary Study. Am J Cardiovasc Drugs. 2018 Mar 6.


Methionin und Herzinfarkt

Methionin ist eine essentielle Aminosäure, die an Methylierungsreaktionen und am Fettstoffwechsel beteiligt ist. Norwegische Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Plasmakonzentration von Methionin und dem Auftreten von Herzinfarkt bei 4156 Patienten mit stabiler Angina Pectoris. Sie konnten nachweisen, dass niedrige Methioninkonzentrationen das Risiko für Herzinfarkt bei den Patienten erhöhten, die erhöhte Werte an aterogenen Lipiden aufwiesen, z. B. Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B. Höhere Methioninkonzentrationen verminderten tendenziell auch das Herzinfarktrisiko bei Patienten die jünger als 62 Jahre waren und bei Patienten ohne Diabetes oder Bluthochdruck.

Referenz:
Dhar I et al.: Plasma methionine and risk of acute myocardial infarction: Effect modification by established risk factors. Atherosclerosis. 2018 Mar 23;272:175-181.


Cystein ist wichtig für die Gesundheit

Aminosäure Cystein ein wichtiges Antioxidans

Wissenschaftler aus Chile publizierten einen Fachartikel, indem sie sich mit dem Nutzen der Aminosäure Cystein für die menschliche Gesundheit beschäftigten. Zu den klar bewiesenen Effekten von Cystein gehört seine Funktion als Antioxidans. Cystein ist die Vorstufe für die Bildung von Glutathion. Die reduzierte Form des Glutathions spielt eine fundamentale Rolle für den Schutz des Organismus gegen Schäden durch oxiativen Stress.

Eine Neutralisierung freier Radikale kann z. B. auch die Wundheilung nach bestimmten chirurgischen Eingriffen verbessern. Die antioxidative Funktion des Cysteins hat auch einen Zusammenhang mit zerebrovaskulären Ereignissen und kann lärminduzierte Hörverluste vermindern.

Der Wirkstoff N-Acetylcystein (NAC) hat eine schleimlösende Funktion. Cystein wird auch gerne zur Verbesserung des Haarwachstums eingesetzt, da das Protein Keratin in den Haaren hohe Mengen an Cystein enthält. Cystein bildet Disulfidbrücken, die für die Stärke und Festigkeit des Keratins sorgen.

Cystein ist ein wichtiger Regulator für die Immunaktivität und bewirkt auch eine vermehrte Freisetzung mancher Effektormoleküle. Cystein trägt auch zum Schutz des Verdauungstraktes bei exzessivem Alkoholkonsum bei. Außerdem hat Cystein günstige Effekte auf die Gefäßfunktion und kann z. B. das Risiko für Schlaganfälle vermindern.

Referenz:
Noelia Clemente Plaza et al.: Effects of the Usage of l-Cysteine (l-Cys) on Human Health. Molecules 2018, 23, 575; doi:10.3390/molecules23030575


Bei Major Depression: Arginin und Citrullin vermindert

Wissenschaftler aus Kanada untersuchten bei 35 körperlich gesunden Patienten mit Major Depression und bei 36 gesunden Kontrollpersonen die Spiegel von Arginin und Citrullin. Die Konzentrationen beider Aminosäuren waren bei den Patienten mit Major Depression signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen.

Bei Patienten mit Depressionen könnte die Verminderung der Argininspiegel eine mögliche Erklärung für die Abnahme von NO-Metaboliten sein. Außerdem könnten die niedrigen Argininspiegel auch zu dem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei dieser Patientengruppe beitragen.

Referenz:
Hess S, Baker G et al.: Decreased serum L-arginine and L-citrulline levels in major depression; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 13. doi: 10.1007/s00213-017-4712-8.


Aminosäuren: wichtig für viele Stoffwechselfunktionen

Aminosäuren sind die Bausteine sämtlicher Proteine, seien es Strukturproteine, Enzyme, Proteine des Immunsystems etc. Aminosäuren zählen neben den Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren zu den Mikronährstoffen.

Die 23 Aminosäuren werden in unterschiedlichen Frequenzen zu einer Vielzahl von Proteinen verknüpft. Aminosäuren sind aber nicht nur Proteinbausteine, sondern haben darüber hinaus zahlreiche andere Funktionen. Sie fungieren z.B. als Neurotransmitter wie Glutamat und Glycin oder sind Vorläufersubstanzen für die Bildung von Neurotransmittern wie z.B. Tryptophan und Tyrosin. Aminosäuren wie Glutamin, Glutamat und Aspartat sind wichtige Energielieferanten, z.B. für das Immunsystem und die Schleimhautzellen des Darmes. Verschiedene Aminosäuren können auch für die Zuckerneubildung in der Leber verwendet werden. Die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein sind auch wichtige Quellen für Sulfat im Stoffwechsel, das unter anderem auch für Entgiftungsreaktionen in der Leber benötigt wird. Die Aminosäuren Glutamin und Glutaminsäure sind auch Regulatoren des Säure-Basen-Haushaltes. Die Aminosäure Leucin ist ein wichtiger anaboler Signalgeber im Stoffwechsel. Außerdem sind Aminosäuren Ausgangssubstanzen für die Bildung zahlreicher Biomoleküle wie Carnitin, Kreatin, Glutathion, Purine, Pyrimidine, Phospholipide und Gallensäuren.

Eine Supplementierung von Aminosäuren sollte aber erst dann erfolgen, wenn entsprechende Defizite nachgewiesen wurden. Die hochdosierte Einnahme von einzelnen Aminosäuren kann nämlich möglicherweise auch den Aminosäurenstoffwechsel stören. Eine Nahrungsergänzung mit Aminosäuren kann bei vielen Erkrankungen von Nutzen sein. Glutamin ist z.B. wichtig für die Darmschleimhaut und die Aufrechterhaltung der Barrierefunktion des Darmes. Die Aminosäuren Cystein, Glutamin und Glycin sind Ausgangssubstanzen für die Synthese von Glutathion, das wiederum eine zentrale Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Immunkompetenz hat. Taurin kann bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Nutzen sein, z.B. durch einen leicht blutdrucksenkenden Effekt und durch Stärkung des Herzmuskels.

Neueste Studienergebnisse haben auch gezeigt, dass Serin für die Funktionsfähigkeit des Immunsystems unerlässlich ist. Tyrosin ist Ausgangssubstanz für die Synthese der Katecholamine; Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin. Die Serotoninsynthese und damit auch die psychische Befindlichkeit des Menschen ist sehr stark davon Abhängig, wie viel Tryptophan ins Gehirn gelangen kann. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin spielen eine wichtige Rolle für den Muskelstoffwechsel und die Muskelproteinsynthese. Arginin ist Ausgangssubstanz für die Bildung des gasförmigen Botenstoffes NO, der maßgeblich an der Regulierung der Gefäßfunktion beteiligt ist.

In der Mikronährstoffmedizin sollten also unbedingt auch die Aminosäuren ausreichend berücksichtigt werden. Allerdings sollte vor einer Supplementierung von Aminosäuren eine entsprechende Laboranalyse erfolgen. Wir empfehlen hierzu die Durchführung des Aminosäuren-Komplettprofils , bei der alle 23 essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren im Blut bestimmt werden. Dadurch ist eine genaue Dosierung der Aminosäuren, in Form einer individuellen Aminosäuren-Pulvermischung möglich.

Referenzen:

  • Ma EH et al.: Serine Is an Essential Metabolite for Effector T Cell Expansion. Cell Metab. 2017 Feb 7;25(2):345-357.
  • Evelien P. J. G. Neis et al.: Human splanchnic amino-acid metabolism. Amino Acids. 2017; 49(1): 161–172.
  • Ahmadian M et al.: Taurine Supplementation Improves Functional Capacity, Myocardial Oxygen Consumption, and Electrical Activity in Heart Failure. J Diet Suppl. 2017 Jul 4;14(4):422-432.
  • J.P.F. D`Mello: Amino Acids in Human Nutrition and Health. www.cabi.org. CAB International 2012

 

Weitere Infos:
– Praxis für Mikronährstoffmedizin –
Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik
und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstraße 9
D-97828 Marktheidenfeld
Tel. +49/ (0)9394/ 9703-0
www.diagnostisches-centrum.de


Vitamin B6 ist essenziell für die Serinsynthese

Forscher aus den Niederlanden konnten in einem Zellkulturversuch mit Nervenzellen nachweisen, dass bei einem Vitamin-B6-Mangel die Synthese von Serin signifikant reduziert war. Dies führte dazu, dass auch die Bildung von Glycin und 5-Methyltetrahydrofolat vermindert war. Vitamin B6 ist also essenziell für die Serinsynthese und die Neubildung von Serin. Außerdem spielt Vitamin B6 eine zentrale Rolle zur Aufrechterhaltung der intrazellulären Serin- und Glycinspiegel. Diese Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass die Serin- und Glycinkonzentrationen im Gehirn bei Patienten mit Vitamin-B6-responsiver Epilepsie vermindert sein könnten.

Referenz:
Ramos RJ, Pras-Raves ML et al.: Vitamin B6 is essential for serine de novo biosynthes; J Inherit Metab Dis. 2017 Aug 11. doi: 10.1007/s10545-017-0061-3


Tryptophan moduliert Schmerzwahrnehmung

Zur Behandlung chronischer Schmerzen werden auch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eingesetzt. Schon aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass das serotonerge System eine bedeutende Rolle für die Schmerzwahrnehmung spielt. Britische Wissenschaftler führten bei 15 gesunden Versuchspersonen einen Tryptophandepletionstest durch und untersuchten die Reizschwelle für Schmerzen bei Hitze. Eine experimentell herbeigeführte Verminderung der Tryptophankonzentration führte zu einer Senkung der Reizschwelle für Temperaturreize. Je stärker die Tryptophankonzentration abfiel, umso niedriger lag die Schwelle für schmerzhafte Hitzereize. Dabei waren diese Effekte völlig unabhängig vom Einfluss der Tryptophandepletion auf die Stimmungslage.

Referenz:
Martin SL, Power A et al.: 5-HT modulation of pain perception in humans; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 10. doi: 10.1007/s00213-017-4686-6.


Abnorme Aminosäurenprofile bei verschiedenen Stoffwechselstörungen

Bei verschiedenen Stoffwechselstörungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und dem metabolischen Syndrom wurden die Aminosäurenkonzentrationen im Serum bestimmt. Außerdem wurde eine Metaanalyse einschließend 47 Fallkontrollstudien durchgeführt.

Ziel war die Klärung von Aminosäurendifferenzen bei Adipositas, Typ-2-Diabetes und metabolsichem Syndrom. Im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen waren bei den Patienten mit den genannten Stoffwechselstörungen 14 Aminosäurenkonzentrationen signifikant verändert. Am häufigsten führte Adipositas zu Veränderungen der Aminosäurenkonzentrationen, gefolgt von metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes. Valin, Isoleucin, Glutaminsäure und Prolin waren bei allen Stoffwechselstörungen erhöht, während Glycin vermindert war.

Referenz:
Okekunle AP et al.: Abnormal circulating amino acid profiles in multiple metabolic disorders. Diabetes Res Clin Pract. 2017 Jul 21;132:45-58.


Aminosäuren und kardiovaskuläre Ereignisse

Bisher wusste man nur wenig über die Aufnahme von Aminosäuren und dem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems). Teilnehmer einer großen iranischen Studie wurden über einen Zeitraum von 6,7 Jahren beobachtet. Zu Beginn und nach Ablauf der Studie wurde die Protein- und Aminosäurenaufnahme ermittelt. Eine höhere Aufnahme von Glutaminsäure und Prolin erhöhte das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine höhere Nahrungszufuhr von schwefelhaltigen Aminosäuren sowie von Arginin, Glycin, Histidin, Leucin und Tyrosin verminderten das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Referenz:
Parvin Mirmiran et al.: Contribution of dietary amino acids composition to incidence of cardiovascular outcomes: A prospective population-based study. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases, Available online 15 May 2017


Leucin und Muskelproteinsynthese

Es ist bekannt, dass bei älteren Menschen die Muskelproteinsynthese schlechter wird, was darauf zurückzuführen ist, dass der Muskelstoffwechsel eine geringere Sensitivität für die Aminosäurenkonzentrationen hat, und die Muskelproteinsynthese deshalb schlechter auf die Aminosäurenkonzentrationen reagiert. Dem liegen Störungen der Muskelsignalwege zugrunde, insbesondere besteht eine Störung des mTORC1-Signalweges. Diese Störung der Proteinsynthese kann durch Veränderung der Eiweiß- und Aminosäurenzufuhr beeinflusst werden. Von großer Bedeutung ist hier insbesondere die Leucinsupplementierung. Problematisch ist allerdings, dass eine lang andauernde Hochdosis-Leucin-Supplementierung auch mögliche nachteilige Effekte hat, z.B. eine Förderung von Insulinresistenz und Tumorentstehung.

Referenz:
Jean-Pascal De Bandt: Leucine and Mammalian Target of Rapamycin–Dependent Activation of Muscle Protein Synthesis in Aging. J Nutr. 2016 Dec;146(12):2616S-2624S. Epub 2016 Nov 9.


N-Acetylcystein bei Psychosen

Wissenschaftler aus Australien und Spanien untersuchten, inwieweit eine Zusatztherapie mit N-Acetylcystein (NAC) bei Patienten mit Schizophrenie und bipolarer Störung einen positiven Effekt hatte. 58 Studienteilnehmer erhielten entweder zwei Gramm N-Acetylcystein pro Tag oder ein Placebo-Präparat über 24 Wochen. Nach 24 Wochen hatte die NAC-Gruppe signifikant bessere Leistungen des Arbeitsgedächtnisses im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Referenz:
Rapado-Castro M et al.: Cognitive effects of adjunctive N-acetyl cysteine in psychosis. Psychol Med. 2016 Nov 29:1-11.


Phenylalanin und Altern

Wissenschaftler aus Finnland und Italien untersuchten bei 812 Studienteilnehmern der Helsinki Birth Cohort Study die Konzentrationen verschiedener Aminosäuren und die Telomerenlänge von Leukozyten. Unter den untersuchten Aminosäuren bestand der stärkste inverse Zusammenhang zwischen der Phenylalaninkonzentration, die 5 Jahre früher gemessen wurde, und der Telomerenlänge. Dieser Zusammenhang war signifikant bei Männern, aber nicht bei Frauen. Offensichtlich können höhere Phenylalaninkonzentrationen den zellulären Alterungsprozess beschleunigen, dies aber nur bei Männern. Diese Studie gibt auch Hinweise dafür, dass die zellulären Stoffwechselwege, die das Alter regulieren, möglicherweise geschlechtsspezifisch sind.

Referenz:
Eriksson JG et al.: Higher serum phenylalanine concentration is associated with more rapid telomere shortening in men. Am J Clin Nutr. 2016 Nov 23. pii: ajcn130468.


Taurinsupplementierung senkt Blutdruck

Forscher aus China untersuchten in einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie den Effekt von Taurin auf den Blutdruck, die Dicke der Carotis Intima sowie verschiedene andere Parameter. 120 Studienteilnehmer mit Bluthochdruckneigung erhielten über einen Zeitraum von zwölf Wochen entweder 1,6 g Taurin oder ein Placebopräparat. Durch die Taurinsupplementierung verbesserte sich die Gefäßfunktion der prähypertensiven Patienten.

Referenz:
Wang B et al.: OS 12-04 Taurine supplementation lowers blood pressure and reduces carotid intima-media thickness in prehypertension. J Hypertens. 2016 Sep;34 Suppl 1 – ISH 2016 Abstract Book: e76-e77


Tryptophan und Risiko für zukünftigen Typ-2-Diabetes

Chinesische Wissenschaftler untersuchten bei Teilnehmern der Shanghai-Diabetes-Studie, inwieweit die Konzentration von Tryptophan mit dem späteren Auftreten von Typ-2-Diabetes zusammenhing. Patienten mit höheren Tryptophanspiegeln zeigten tendenziell ein höheres Ausmaß an Insulinresistenz, erhöhte Triglyceride und einen erhöhten Blutdruck. Die Autoren der Studie halten also Tryptophan für einen Marker, der mit dem Diabetesrisiko in der chinesischen Bevölkerung assoziiert ist.

Referenz:
Chen T et al.: Tryptophan Predicts the Risk for Future Type 2 Diabetes. PLoS One. 2016 Sep 6;11(9):e0162192.


Verzweigtkettige Aminosäuren und Typ-2-Diabetes

US-Wissenschaftler untersuchten anhand von Daten der Nurses`Health Study und der Health Professionals Follow-up Study, ob die Aufnahme der verzweigtkettigen Aminosäuren das Risiko für Typ-2-Diabetes beeinflusste. Die Auswertung der Daten zeigte, dass eine hohe Aufnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren (Isoleucin, Leucin und Valin) mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert war.

Referenz:
Zheng Y et al.: Cumulative consumption of branched-chain amino acids and incidence of type 2 diabetes. Int J Epidemiol. 2016 Jul 13. pii: dyw143.


N-Acetylcystein (NAC) bei Morbus Parkinson

US-Wissenschaftler untersuchten in einem Zellkulturversuch den Einfluss von N-Acetylcystein auf das Überleben dopaminerger Neurone. Das Ergebnis der Studie zeigte erstmalig einen direkten Effekt von NAC auf das dopaminerge System bei Parkinsonpatienten. Bei Patienten, die mit NAC behandelt wurden, konnte eine erhöhte Bindung des Dopamintransporters im Nukleos caudatus und Putanem nachgewiesen werden.

Referenz:
Monti DA et al.: N-Acetyl Cysteine May Support Dopamine Neurons in Parkinson’s Disease: Preliminary Clinical and Cell Line Data. PLoS One. 2016 Jun 16;11(6):e0157602.


Citrullin bei Fettleber

In einem Übersichtsartikel beschäftigten sich französische Wissenschaftler mit einer möglichen therapeutischen Rolle von Citrullin. Es gebe einige Beweise dafür, dass die Citrullinversorgung mit der Entwicklung der Fettlebererkrankung assoziiert sei, da Citrullin die pathophysiologischen Mechanismen dieses Krankheitsbildes beeinflussen könne.  Allerdings seien zur genaueren Beurteilung noch genauere Studien erforderlich.

Referenz:
Jegatheesan P et al.: Hepatic steatosis: a role for citrulline. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2016 Jul 1.


Arginin verbessert Endothelfunktion

Wissenschaftler aus Frankreich untersuchten den Effekt einer niedrigen Dosis von Arginin, welches zeitverzögert freigesetzt wurde. Die Studie wurde an gesunden übergewichtigen Personen durchgeführt. Es zeigte sich, dass eine Supplementierung mit niedrig-dosiertem Arginin eine endotheliale Dysfunktion nach dem Essen verbesserte, wenn die Plasma-Arginin-Konzentrationen relativ niedrig waren. Der Vorteil der Argininsupplementierung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass bei übergewichtigen Personen die endogene Stickoxidbildung aus Arginin nach dem Essen vermindert ist.

Referenz:
Ambre Deveaux et al.: l-Arginine Supplementation Alleviates Postprandial Endothelial Dysfunction When Baseline Fasting Plasma Arginine Concentration Is Low: A Randomized Controlled Trial in Healthy Overweight Adults with Cardiometabolic Risk Factors1,2,3. © 2016 American Society for Nutrition, First published June 8, 2016, doi: 10.3945/jn.115.227959


Antientzündlicher Effekt von Taurin

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten bei 30 Patienten mit schweren Verbrennungen den Effekt einer Taurineinnahme. Die Hälfte der Verbrennungspatienten erhielt über einen Zeitraum von 10 Tagen zusätzlich 50 mg Taurin pro Kilogramm Körpergewicht. In der Tauringruppe kam es zu einem deutlichen Anstieg der Konzentration des antiinflammatorischen Zytokins Interleukin 10. Dieser Effekt war umso ausgeprägter, je größer die verbrannte Körperoberfläche war.

Referenz:
Sima Lak, Alireza Ostadrahimi et al.: Anti-Inflammatory Effect of Taurine in Burned Patients; Adv Pharm Bull, 2015, 5(4), 531-536


Verzweigtkettige Aminosäuren und Ornithinaspartat bei körperlicher Belastung

Die Verabreichung verzweigtkettiger Aminosäuren ist eine häufig angewandte Maßnahme zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Wissenschaftler aus Polen stellten aber nach Gabe von verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA`s) nur eine geringe Verbesserung der Ermüdung fest. Sie vermuteten, dass eine Erhöhung des Ammoniaks infolge des Aminosäurenstoffwechsels den günstigen Effekt der BCAA`s auf die psychomotorische Verfassung vermindern könnte. Aus diesem Grund kombinierten sie verzweigtkettige Aminosäuren mit Ornithinaspartat, einer Ammoniak-senkenden Substanz. Sie konnten nachweisen, dass die Kombination von BCAA`s und Ornithinaspartat die psychomotorische Verfassung von gesunden Männern nach Ergometertraining deutlich verbesserte.

Referenz:
Mikulski T, Dabrowski J, et al.: Effects of supplementation with branched chain amino acids and ornithine aspartate on plasma ammonia and central fatigue during exercise in healthy men; Folia Neuropathol. 2015;53(4):377-86.


Einfluss von BCAA´s und Tyrosin auf Muskelvolumen und Zuckerstoffwechsel

Es ist bekannt, dass Metabolite des Aminosäurenstoffwechsels, einschließlich der verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA´s) und Tyrosin, den Zuckerstoffwechsel beeinflussen. Wissenschaftler aus Japan untersuchten den Zusammenhang bei gesunden Versuchspersonen, die weder Prädiabetes, noch Diabetes, noch Adipositas aufwiesen. Das Muskelvolumen sowie die Serumkonzentrationen der BCAA´s und von Tyrosin waren bei den Männern höher als bei den Frauen. Die Konzentrationen der BCAA´s korrelierten positiv mit dem Muskelvolumen, dem Nüchternblutzucker und der Nüchterninsulinkonzentration. Sie korrelierten negativ mit der HOMA-Insulinresistenz. Die Tyrosinkonzentration korrelierte positiv mit der Nüchterninsulinkonzentration.

Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Insulinsensivität und das Muskelvolumen bei Personen ohne Diabetes positiv mit der Konzentration der BCAA´s assoziiert sind.

Referenz:
Honda T,Kobayashi Y et al.: Associations among circulating branched-chain amino acids and tyrosine with muscle volume and glucose metabolism in individuals without diabetes; Nutrition. 2015 Dec 8. pii: S0899-9007(15)00464-5.


Glutamineinnahme bei kolorektalem Karzinom und Kolonkarzinom

Wissenschaftler aus dem Iran publizierten einen systematischen Übersichtsartikel über den Effekt einer Glutamingabe bei Patienten mit Kolonkarzinom und kolorektalem Karzinom. In die Übersichtsarbeit wurden neun randomisierte Doppelblindstudien aufgenommen. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine Glutaminsupplementierung bei Darmkrebspatienten einige Komplikationen der Chemotherapie reduzieren konnte, wie z.B. eine Entzündung der Darmschleimhaut. Außerdem führte die Glutamingabe zu einer Verbesserung  der Wundheilung nach chirurgischen Eingriffen und zu einer Verbesserung der Stickstoffbilanz des Immunsystems.

Referenz:
Jolfaie NR, Mirzaie S et al.: The effect of glutamine intake on complications of colorectal and colon cancer treatment: A systematic review; J Res Med Sci. 2015 Sep;20(9):910-8.


Supplementierung vermindert Blutdruck

Wissenschaftler aus China untersuchten, ob eine Taurinsupplementierung in der Behandlung einer Hypertonie oder Prähypertonie vorteilhaft ist. In einer randomisierten Doppelblindstudie untersuchten sie den Einfluss von Taurin auf den Blutdruck und auf die Gefäßfunktion bei Patienten mit hochnormalem Blutdruck. Die Supplementierung von Taurin zeigte einen antihypertensiven Effekt. Zusätzlich konnte nachgewiesen werden, dass Taurin die endothelabhängige und endothelunabhängige Vasodilation verbesserte. Taurin erhöhte die Plasmakonzentration von Hydrogensulfit.

Referenz:
Sun Q, Wang B et al.: Taurine Supplementation Lowers Blood Pressure and Improves Vascular Function in Prehypertension: Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Study; Hypertension. 2016 Mar;67(3):541-9


Glutaminsäure und Risiko für kolorektales Karzinom

Im Rahmen der Rotterdamstudie wurde untersucht, inwieweit die Aufnahme von Gutaminsäure das Darmkrebsrisiko beeinflusst. Dabei zeigte sich, dass die Aufnahme von Glutaminsäure signifikant mit einem niedrigeren Risiko für das kolorektale Karzinom assoziiert war. Dieser Zusammenhang wurde aber hauptsächlich für nicht übergewichtige Personen nachgewiesen.

Referenz:
Viana Veloso GG, Franco OH et al.: Baseline dietary glutamic acid intake and the risk of colorectal cancer: The Rotterdam study; Cancer. 2015 Dec 30. doi: 10.1002/cncr.29862


Aminosäuren und Blutdruck

Britische Wissenschaftler fanden heraus, dass eine höhere Proteinaufnahme einen günstigen Effekt auf die Gefäßfunktion hat. Eine größere Aufnahme von Glutaminsäure, Leucin und Tyrosin war am stärksten mit der Pulswellengeschwindigkeit assoziiert. Eine höhere Aufnahme von Aminosäuren aus pflanzlichen Quellen war mit niedrigerem zentralen Blutdruck verbunden. Die Größenordnung der beobachteten Zusammenhänge war durchaus vergleichbar mit anderen Lifestylefaktoren. Eine vermehrte Aufnahme dieser Aminosäuren könnte also eine bedeutende und leicht verfügbare Möglichkeit sein, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermindern.

Referenz:
Jennings A, MacGregor A et al.: Amino Acid Intakes Are Inversely Associated with Arterial Stiffness and Central Blood Pressure in Women; J Nutr. 2015 Sep;145(9):2130-8. doi: 10.3945/jn.115.214700.


Aminosäurenaufnahme bei älteren Menschen

Wissenschaftler aus Neuseeland bestimmten die Plasma-Aminosäuren-Konzentrationen nach einer proteinreichen Mahlzeit. Sie konnten aufzeigen, dass die Proteinaufnahme bei den älteren Erwachsenen deutlich langsamer war als bei den jüngeren Studienteilnehmern. Die höchsten Konzentrationen der essentiellen und verzweigtkettigen Aminosäuren wurde bei den jüngeren Erwachsenen eine Stunde nach der Nahrungsaufnahme festgestellt, während bei den älteren Erwachsenen der Spitzenwert erst drei Stunden nach der Mahlzeit erreicht wurde. Die verzögerte Aufnahme der Aminosäuren könnte die Proteinsynthese in der alternden Muskulatur verhindern oder zumindest verzögern.

Referenz:
A.M.Milan, R.F.D’Souza et al.: Older adults have delayed amino acid absorption after a high protein mixed breakfast meal; The journal of nutrition, health & aging, First online: 09 March 2015


Aminosäurenmischung stimuliert Fettstoffwechsel

Japanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer Aminosäurenmischung auf die Fettverbrennung. Die Mischung bestand aus den Aminosäuren Arginin, Alanin und Phenylalanin. Sie konnten nachweisen, dass die Einnahme von drei Gramm dieser Mischung vor einer körperlichen Anstrengung den Fettstoffwechsel stimuliert. Die genannte Aminosäurenmischung könnte also in Zusammenhang mit einer körperlichen Aktivität eine sinnvolle Ernährungsstrategie zur Verbesserung der Fettverbrennung sein.

Referenz:
Ueda K1, Nakamura Y et al.: Amino Acid Mixture Enriched with Arginine, Alanine, and Phenylalanine Stimulates Fat Metabolism During Exercise; Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2015 Aug 3.


Tyrosin und Insulinresistenz

Wissenschaftler aus München und Herdecke untersuchten bei übergewichtigen Kindern die Konzentrationen verschiedener Metabolite. In die Untersuchung wurden 80 übergewichtige Kinder einbezogen, die an einem Lifestyle-Interventionsprogramm teilnahmen. Zu Beginn der Studie und nach einem Jahr Intervention wurden verschiedene Stoffwechselparameter bestimmt. Die Tyrosinkonzentration war der einzige Parameter, der signifikant mit HOMA zu Beginn und am Ende der Studiendauer assoziiert war.

Referenz:
Christian Hellmuth, Franca Kirchberg et al.: Tyrosine is associated with insulin resistance in longitudinal metabolomic profiling of obese children; Received 10 July 2015; Revised 28 August 2015; Accepted 6 September 2015


Taurinspiegel bei Parkinsonerkrankung

Chinesische Wissenschaftler untersuchten bei Patienten mit Morbus Parkinson die Taurinkonzentrationen im Plasma und setzten sie in Beziehung mit den Krankheitssymptomen und mit Levodopa. Die Taurinkonzentrationen bei Parkinsonpatienten waren im Vergleich zu Kontrollpersonen vermindert und negativ mit motorischen Symptomen assoziiert. Die Parkinsonpatienten, die medikamentös behandelt wurden, zeigten niedrigere Plasma-Taurinspiegel als die nicht-behandelten Patienten. Es zeigte sich, dass der Taurinspiegel im Plasma negativ mit den eingenommen Levodopakonzentrationen korrelierte. Die Einnahme von Levodopa führt also zu Störungen des Taurinstoffwechsels.

Referenz:
Zhang L, Yuan Y, et al.: Reduced plasma taurine level in Parkinson’s disease: association with motor severity and levodopa treatment; Int J Neurosci. 2015 May 23:1-24.


Tyrosinspiegel bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung

In einer Studie wurden bei 137 Patienten mit nicht alkoholischer Fettlebererkrankung die Plasmaspiegel von Tyrosin und der verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs) untersucht. Außerdem wurde das Verhältnis der BCAAs zu Tyrosin ausgewertet. Die ermittelten Werte wurden dann mit Leberbiopsiebefunden und zahlreichen Laborwerten in Beziehung gesetzt. Die Serumalbuminspiegel sowie die Konzentrationen der BCAAs sowie das Verhältnis BCAAs zu Tyrosin waren negativ mit dem Fibrosestadium assoziiert. Hingegen stiegen die Tyrosinkonzentrationen mit zunehmender Leberfibrosierung an. Die Vermehrung von Bindegewebe ist eine typische Komplikation chronischer Lebererkrankungen.

Referenz:
Kawanaka M, Nishino K et al.: Tyrosine levels are associated with insulin resistance in patients with nonalcoholic fatty liver disease; Hepat Med. 2015 Jun 3;7:29-35.


Glutamin vermindert oxidativen Stress

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten den Einfluss einer Supplementierung von sieben Gramm Glutamin vor einer körperlichen Anstrengung auf Parameter des oxidativen Stresses. Der körperliche Stress bestand in einem Langstreckenlauf von 14 Kilometern. Durch die Supplementierung von Glutamin kam es zu einer deutlichen Verbesserung der Parameter des oxidativen Stresses im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die ein Placebopräparat eingenommen hatten.

Referenz:
B. Nakhostin-Roohi, R. Javanamani: The effect of glutamine supplementation on exercise-induces oxidative stress; Journal of Advances Agricultural Technologies Vo. 2. No. 1 June 2015


Cystein vermindert das Schlaganfallrisiko bei Frauen

In einer schwedischen Studie wurde anhand von Daten der schwedischen Mammographie Kohortenstudie untersucht, inwieweit die Cysteinaufnahme das Schlaganfallrisiko beeinflusst. Die schwedischen Wissenschaftler konnten feststellen, dass die Cysteinaufnahme über die Nahrung invers mit dem Schlaganfallrisiko verbunden war.

Referenz:
Larsson SC et al.: Dietary Cysteine and Other Amino Acids and Stroke Incidence in Women; Stroke. 2015 Feb 10. pii: STROKEAHA.114.008022


Tryptophan und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die essenzielle Aminosäure Tryptophan wird für die Proteinsynthese sowie für die Bildung des Neurotransmitters Serotonin benötigt und hat auch immunregulatorische Funktionen. Ein beschleunigter Tryptophanabbau ist mit einer erhöhten Entzündungsaktivität und Immunaktivierung assoziiert. Wissenschaftler der Universität Innsbruck untersuchten bei 1196 Patienten mit KHK die Konzentrationen von Tryptophan, Neopterin und hsCRP. Es zeigte sich ein inverser Zusammenhang zwischen der Tryptophankonzentration im Serum und Neopterin. Über einen Beobachtungszeitraum von etwa 10 Jahren zeigte sich, dass niedrige Tryptophankonzentrationen bei KHK-Patienten mit einer Immunaktivierung verbunden waren und die Lebenserwartung verkürzten.

Referenz:
Murr C et al.: Low serum tryptophan predicts higher mortality in cardiovascular disease; Eur J Clin Invest. 2015 Mar;45(3):247-54.


N-Acetylcystein wirksam bei Bleibelastung

In einer polnischen Studie wurde bei bleiexponierten Arbeitern die Wirksamkeit von N-Acetylcystein untersucht. Hierbei zeigte sich, dass die Bleispiegel durch NAC im Vergleich zu einer Referenzgruppe signifikant gesenkt werden konnten. Auch die Konzentrationen von Homocystein wurden in Abhängigkeit von der NAC-Dosis signifikant vermindert. Ebenso bewirkt N-Acetylcystein eine Verminderung des oxidativen Stresses.

Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass der Wirkstoff N-Acetylcystein als alternative Therapie bei chronischer Bleivergiftung des Menschen eingeführt werden könne.

Referenz:
Kasperczyk S et al.: Effect of N-acetylcysteine administration on homocysteine level, oxidative damage to proteins, and levels of iron (Fe) and Fe-related proteins in lead-exposed workers; Toxicol Ind Health. 2015 Mar 2.


Glutamin bei Krebspatienten

Deutsche Wissenschaftler untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen der Glutaminkonzentration im Plasma und Befindlichkeitsparametern von Tumorpatienten gibt. An der Studie nahmen 100 Tumorpatienten teil, darunter 34 Frauen. Der Ernährungsstatus war bei 19 Prozent der Teilnehmer beeinträchtigt. Die durchschnittliche Glutamin-Plasmakonzentration bewegte sich im normalen Referenzbereich, wobei die Konzentration mit zunehmender Beeinträchtigung der Körperfunktion absank. Es zeigten sich Zusammenhänge zwischen der Glutaminkonzentration und CRP sowie mit der physischen und affektiven Müdigkeit und Gesamtmüdigkeit. Die Entzündungsmarker stiegen bei schlechter körperlicher Verfassung an. Bei Krebspatienten besteht also eine systemische Entzündung, die zu einer katabolen Stoffwechsellage und zu einer Glutaminverarmung führt. Die Glutaminverarmung ist mit Müdigkeit bei Krebserkrankungen assoziiert.

Referenz:
Marcus Schlemmer, Ulrich Suchnerb et al.: Is glutamine deficiency the link between inflammation, malnutrition, and fatigue in cancer patients? Clinical Nutrition; Available online 10 January 2015


Citrullin bei schwangeren Frauen mit Übergewicht

Das Risiko für eine Präeklampsie ist bei übergewichtigen Schwangeren erhöht. Bei diesem Krankheitsbild ist auch der Risikofaktor ADMA erhöht, genauso wie bei Übergewicht. US-Wissenschaftler untersuchten bei 24 gesunden Schwangeren mit Übergewicht den Effekt einer Citrullin-Supplementierung. Über einen Zeitraum von drei Wochen bekamen die Teilnehmerinnen entweder drei Gramm Citrullin pro Tag oder ein Placebopräparat. Die Supplementierung mit Citrullin verbesserte signifikant das Verhältnis Arginin/ADMA und war mit einer Optimierung der Gefäßfunktion und mit dauerhaft niedrigem Blutdruck verbunden. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass eine Citrullinsupplementierung in der mittleren Schwangerschaftsphase die nachteiligen Effekte von Übergewicht auf Gefäßparameter vermindern könnte.

Referenz:
Powers R, Weissgerber TL; [7-OR]: L-Citrulline administration increases the arginine/ADMA ratio, decreases blood pressure and improves vascular function in obese pregnant women; Pregnancy Hypertens. 2015 Jan;5(1):4.


Taurin und Adipositas

Taurin ist eine schwefelhaltige Aminosäure mit einem breiten Spektrum an Funktionen. Taurin kann auch Stoffwechselerkrankungen wie Hyperlipidämie, Diabetes und Bluthochdruck verbessern. Die 24-Stunden-Ausscheidung von Taurin ist ein Marker für die Taurinaufnahme mit der Nahrung und war invers mit dem Body-Mass-Index, dem Blutdruck und dem Cholesterin beim Menschen assoziiert. Das Stoffwechselprodukt Taurin-Chloramin kann den oxidativen Stress und die Entzündungsaktivität in Adipozyten  unterdrücken. Die Aktivität und Konzentration von Taurin im Fettgewebe und im Plasma ist während der Entwicklung eines Adipositas rückläufig, so dass ein Zusammenhang zwischen Taurinmangel und Adipositas anzunehmen ist.

Referenz:
Murakami S: The role of taurine in the pathogenesis of obesity; Mol Nutr Food Res. 2015 Mar 19. doi: 10.1002/mnfr.201500067.


Histidin bei Erschöpfung

Japanische Wissenschaftler untersuchten bei Patienten mit Erschöpfung und Schlafstörungen die Wirkung von Histidin. An der Studie nahmen 20 Versuchspersonen teil. Über einen Zeitraum von zwei Wochen erhielten die Teilnehmer entweder Histidin oder ein Placebopräparat. Die Befindlichkeit der Versuchsteilnehmer wurde mittels standardisierter Fragebögen erfasst. Nach zwei Wochen führte die Histidinsupplementierung zu einer Verbesserung der Reaktionszeit im Arbeitsgedächtnis. Auch die Denkfähigkeit und mentale Wachheit verbesserte sich bei den Patienten der Histidingruppe im Vergleich zur Placebogruppe signifikant. Das Ergebnis dieser Untersuchung gibt also einen Hinweis darauf, dass die tägliche Einnahme von Histidin Erschöpfungssymptome verbessert sowie Hirnleistungsstörungen vermindert.

Referenz:
Sasahara I, Fujimura N et al.: The effect of histidine on mental fatigue and cognitive performance in subjects with high fatigue and sleep disruption scores; Physiol Behav. 2015 Apr 25. pii: S0031-9384(15)00249-8


Leucin bei Senioren

In einer spanischen Studie bekamen 30 älteren Menschen entweder 10 g Leucin täglich oder ein Placebopräparat verabreicht. Die Supplementierung ging über 12 Wochen. Durch die Leucineinnahme kam es im Vergleich zum Placebopräparat zu moderaten Veränderungen der isometrischen Beinmuskelstärke und verschiedener anderer Faktoren, was die Autoren der Studie als positiven Effekt werteten.

Referenz:
Trabal J, Forga M et al.: Effects of free leucine supplementation and resistance training on muscle strength and functional status in older adults: a randomized controlled trial; Published Date April 2015 Volume 2015:10 Pages 713—723


Niedrige Glycinkonzentrationen begünstigen Typ-2-Diabetes

Verschiedene Wissenschaftler aus Deutschland untersuchten anhand von Daten der Potsdam-EPIC-Studie, welche Ernährungsfaktoren dafür verantwortlich sind, dass der Verzehr von rotem Fleisch das Auftreten von Typ-2-Diabetes fördert.

In der Studie waren eine hohe Ferritinkonzentration, eine niedrige Glycinkonzentration und Veränderungen des Fettstoffwechsels mit dem Verzehr von rotem Fleisch assoziiert und auch unabhängig von rotem Fleisch mit dem Diabetesrisiko. Bereits in früheren Studien waren die Glycinkonzentrationen als Antwort auf eine fleischbetonte Ernährung niedriger als bei einer pflanzenprotein-basierten Ernährung, obwohl der Glycingehalt im Fleisch um 50 Prozent höher lag als in pflanzlichen Proteinen. Es ist also davon auszugehen, dass es durch den Fleischverzehr zu einem erhöhten Glycinverbrauch kommt. Glycin ist mit der Insulinresistenz assoziiert, es spielt eine zentrale Rolle für die Gluconeogenese und für die Bildung von Glutathion.

Referenz:
Clemens Wittenbecher, Kristin Mühlenbruch et al.: Amino acids, lipid metabolites, and ferritin as potential mediators
linking red meat consumption to type 2 diabetes; AJCN. First published ahead of print May 6, 2015


Tryptophan bei affektiven Störungen

25 gesunde junge Erwachsene erhielten für vier Tage entweder eine Tryptophan-reiche oder eine Tryptophan-arme Ernährung. Die Untersuchung der Stimmungslage zeigte, dass sich bei Tryptophan-reicher Ernährung im Vergleich zur Tryptophan-armen Ernährung mehr positive Affekte zeigten. Eine hohe Tryptophanaufnahme führte auch zu weniger depressiven Symptomen sowie zu verminderter Ängstlichkeit.

Referenz:
Glenda Lindseth et al.: The Effects of Dietary Tryptophan on Affective Disorders; Archives of psychiatric nursing, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.apnu.2014.11.008, Published Online: December 09, 2014


Glutamin verbessert kardiovaskuläre Risikofaktoren

66 Patienten mit  Typ-2-Diabetes erhielten über einen Zeitraum von sechs Wochen entweder 30 g Glutamin oder ein Placebopräparat. Nach der sechswöchigen Behandlungsperiode zeigten sich signifikante Unterschiede bei der Körperfettmasse und beim prozentualen Körperfettanteil. Außerdem hatten die Teilnehmer der Glutamingruppe signifikant niedrigere Taillenumfänge. Auch  bei verschiedenen Laborparametern schnitten die Patienten der Glutamingruppe deutlich besser ab, z.B. beim Nüchternblutzucker und beim HbA1c. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass bei Supplementierung von 30 g Glutamin pro Tag eine deutliche Verbesserung verschiedener kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Typ-2-Diabetikern auftrat.

Referenz:
Mansour A et al.: Effect of glutamine supplementation on cardiovascular risk factors in patients with type 2 diabetes. Nutrition. 2015 Jan;31(1):119-26. doi: 10.1016/j.nut.2014.05.014. Epub 2014 Jun 23.


Tryptophan verbessert psychische Befindlichkeit

Wissenschaftler aus Großbritannien und der Schweiz untersuchten, welchen Effekt ein Tryptophan-reiches Supplement auf verschiedene neuropsychologische Parameter hatte, z.B. auf die Stimmungslage, auf die Schlafqualität und die emotionale Reaktion. Sie konnten nachweisen, dass es durch die Einnahme des Supplements zu einer insgesamt positiveren Grundstimmung kam. Die Empfänglichkeit für negative Emotionen wurde vermindert. Bei Einnahme des Supplements vor dem zu Bett gehen berichteten die Studienteilnehmer über Gefühle des Glücklichseins. Die tägliche Einnahme eines Tryptophan-haltigen Supplements scheint also günstige Effekte auf emotionale und kognitive Funktionen zu haben.

Referenz:
M.H. Mohajeri et al.: Behaviour, appetite and obesity. Chronic treatment with a tryptophan-rich protein hydrolysate improves emotional processing, mental energy levels and reaction time in middle-aged women. British Journal of Nutrition/ Volume 113/ Issue 02/ January 2015, pp350-365


Glutamin bei Typ-2-Diabetes

Glutamin steigert bekanntlich die Freisetzung von GLP-1. Wissenschaftler aus Australien untersuchten deswegen, wie sich eine Glutaminsupplementierung bei Typ-2-Diabetikern auswirkt. Zusätzlich zu Metformin erhielten die Typ-2-Diabetes-Patienten entweder 15 Gramm Glutamin pro Tag oder 15 Gramm Glutamin mit einem so genannten DPP-4-Inhibitor, einem Medikament das den Abbau von GLP-1 im Darm hemmt. Außerdem gab es noch eine Placebogruppe. Das Ergebnis der Studie war Folgendes: Die Blutzuckerwerte bei den Typ-2-Diabetes-Patienten konnten durch die Glutaminsupplementierung verbessert werden, egal ob mit oder ohne DPP-4-Hemmer.

Referenz:
Dorit Samocha-Bonet,  Donald J. Chisholm et al.: Glycemic Effects and Safety of L-Glutamine Supplementation with or without Sitagliptin in Type 2 Diabetes Patients—A Randomized Study; PLoS One, Published: November 20, 2014


Taurin und Nebenwirkungen bei Chemotherapien

Bei 40 Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie untersuchten Wissenschaftler aus dem Iran, ob sich eine Taurinsupplementierung positiv auf Nebenwirkungen der Chemotherapie auswirkt. Bei den Studienteilnehmern der Tauringruppe verbesserten sich im Vergleich zur Placebogruppe signifikant Störungen des Geschmack- und des Geruchsinnes. Außerdem konnte bei den Patienten die Taurin supplementierten signifikant die Müdigkeit reduziert werden.

Referenz:
Islambulchilar M et al.: Taurine attenuates chemotherapy-induced nausea and vomiting in acute lymphoblastic leukemia; Amino Acids. 2014 Oct 17


Glycineffekte auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel

Zwei US-Wissenschaftler befassten sich in einem Fachartikel mit dem möglichen Nutzen von Glycinsupplementen für das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Glycin hatte in einer Studie einen stabilisierenden Effekt auf die Blutplättchen, wodurch es zu einer Verminderung der Thrombozytenaggregation (Verklumpung der Blutplättchen) kam. Glycin zeigte in Untersuchungen auch einen antiinflammatorischen Effekt bei Versuchen mit menschlichen Zellen der Koronararterien, was eine antiarteriosklerotische Wirkung nahelegt.

Im Hinblick auf Diabetes ist von Bedeutung, dass hohe Dosen Glycin die Bildung von AGE´s verhindern können. Eine Glycinsupplementierung könnte auch bei verschiedenen diabetischen Folgeerkrankungen von Vorteil sein. Beispielsweise wurde nachgewiesen, dass sich das Hörvermögen und die Nervenleitgeschwindigkeit der Hörnerven bei Diabetikern verbesserten. Zudem führte eine Supplementierung mit Glycin bei Patienten mit metabolischem Syndrom zu günstigeren Ergebnissen von Parametern des oxidativen Stresses in Erythrozyten und Leukozyten und verminderte den systolischen Blutdruck.

Es gibt auch Hinweise aus Studien, dass Glycin die Bildung von Glucagon-like-Peptid zu verbessern vermag. Das Protein Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) ist ein Peptidhormon, das eine wichtige Rolle im Zuckerstoffwechsel spielt. Es stimuliert die Produktion von Insulin in den Betazellen und senkt die Bildung von Glucagon.

Wissenschaftler halten die klinische Erprobung von Glycinsupplementen im Hinblick auf eine Verbesserung der GLP-1-Produktion für dringend erforderlich.

Referenz:
Mark F McCarty, James J DiNicolantonio: The cardiometabolic benefits of glycine: Is glycine an ‘antidote’ to dietary fructose? Open Heart 2014;1


N-Acetylcystein und Schizophrenie

An der Entstehung der Schizophrenie sind neurotrophe, neuroinflammatorische und oxidative Prozesse beteiligt, des Weiteren gibt es Hinweise auf eine Störung des glutamatergen Systems und der Mitochondrienfunktion. Dies sind alles Angriffspunkte von N-Acetylcystein. Bei 121 Patienten wurde der Effekt von N-Acetylcystein als adjuvante Therapie bei der Schizophrenie untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigte einen möglichen Vorteil von N-Acetylcystein gegenüber eines Placebopräparates auf das Befinden von Patienten mit chronischer Schizophrenie. Bei Patienten, die bereits 20 und mehr Jahre an der Erkrankung litten, war das Ansprechen auf die Therapie stärker ausgeprägt.

Referenz:
Rapado-Catro M et al.: Towards stage specific treatments: Effects of duration of illness on therapeutic response to adjunctive treatment with N-acetyl cysteine in schizophrenia; Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2014 Oct 11


Glutamin kann Abnehmen unterstützen

Glutamin verbessert bekanntlich die Insulinsensitivität bei schwer kranken Patienten. In einer Pilotstudie untersuchten nun Italienische Wissenschaftler, ob eine Glutaminsupplementierung auch eine Gewichtsabnahme fördert. Die Studienteilnehmer, übergewichtige und adipöse Patientinnen, erhielten entweder vier Wochen lang zusätzlich ein Glutamin- oder ein Proteinsupplement. Das Körpergewicht und der Taillenumfang verringerten sich nach der Glutaminsupplementierung signifikant, auch die Insulinämie und der HOMA-IR nahmen nach Glutamineinnahme 20 Prozent ab. Diese Pilotstudie zeigte, dass Glutamin nebenwirkungsfrei ist und eine Gewichtsabnahme effektiv unterstützt und möglicherweise auch den Glukosestoffwechsel verbessert.

Referenz:
Laviano A et al.: Glutamine supplementation favors weight loss in nondieting obese female patients. A pilot study; Eur J Clin Nutr. 2014 Sep 17. doi: 10.1038/ejcn.2014.184


Taurin bei alkoholkranken Patienten

Taiwanische Wissenschaftler untersuchten bei chronischen Alkoholikern den Effekt von Taurin. Die Studienteilnehmer bekamen entweder sechs Gramm Taurin pro Tag, verteilt auf drei Dosen, oder ein entsprechendes Placebopräparat. Die Taurinsupplementierung ging über einen Zeitraum von drei Monaten. In der Tauringruppe kam es zu einer Verbesserung der Konzentrationen von AST und ALT, ebenso zu einem Abfall der Konzentrationen von Cholesterin, Triglyceriden, Bilirubin und freien Radikalen. Taurin dürfte eine wichtige Rolle für die antioxidative Kapazität spielen und hat einen günstigen Effekt auf Leberfunktionsparameter bei chronischen Alkoholikern.

Referenz.:
Hsieh YL et al.: Effect of taurine in chronic alcoholic patients; Food Funct. 2014 May 19


Lysin und Magenentleerung

An der Universität in Zürich untersuchten Wissenschaftler, ob sich die Aminosäure Lysin auf die Magenentleerungsgeschwindigkeit auswirkt. Das Ergebnis war Folgendes: Lysin verzögerte dosisabhängig die Magenentleerungsgeschwindigkeit, ebenso wurde ein dosisabhängiger Anstieg von Flüssigkeit im Magen-Darm-Trakt beobachtet. Für die Kontrolle der Beweglichkeit des Magen-Darm-Traktes könnten also einzelne Aminosäuren eine größere Rolle spielen.

Referenz:
Baruffol C et al.: L-lysine dose dependently delays gastric emptying and increases intestinal fluid volume in humans and rats; Neurogastroenterol Motil. 2014 Jun 1


Citrullin stimuliert Muskelproteinsynthese

Für die Aufrechterhaltung der Protein-Homöostase spielt die Verfügbarkeit von Aminosäuren eine entscheidende Rolle. Eine verminderte Proteinaufnahme führt zu einem Abfall der Proteinsynthese. In einer Studie wurde untersucht, inwieweit Citrullin bei gesunden Erwachsenen mit einer proteinarmen Ernährung die Muskelproteinsynthese beeinflussen kann. An der Studie nahmen acht gesunde Versuchspersonen teil. Eine Einnahme von Citrullin erhöhte die Plasmakonzentrationen von Arginin und Ornithin. Es kam zu einer Verbesserung der Muskelproteinsynthese. Der anabole Effekt von Citrullin war unabhängig von Insulin.

Referenz:
Marion Jourdan et al.: Citrulline stimulates muscle protein synthesis in the post-absorptive state in healthy people fed a low-protein diet – A pilot study; Clinical Nutrition, online 4 May 2014


Arginin hilft beim Abnehmen

US-Wissenschaftler untersuchten in einer Pilotstudie bei nichtdiabetischen adipösen Menschen, inwieweit eine Arginintherapie die zentrale Adipositas vermindern kann. An der Studie nahmen 20 Frauen mit einem BMI zwischen 30 und 40 kg/ m2 teil. Die Versuchsteilnehmer erhielten dreimal täglich 3 Gramm Arginin über einen Zeitraum von zwölf Wochen und wurden bezüglich einer Lebensstiländerung beraten. Arginin wurde gut vertragen, ohne klinisch-relevante Nebenwirkungen. In der Arginingruppe kam es zu einer deutlichen Gewichtsreduktion, außerdem wurde auch eine Abnahme des BMI und des Taillenumfangs beobachtet. Arginin könnte also zur Reduzierung einer zentralen Adipositas wirksam sein.

Referenz:
Ryan T. Hurt, MD, PhD et al.: L-Arginine for the treatment of centrally obese subjects: A pilot study. Informahealthcare.com, 10 Januar 2014


Ornithin verbessert Stressmarker und Schlafqualität

52 gesunde erwachsene Japaner, die über leichten Stress und Müdigkeit klagten, erhielten entweder 400 mg Ornithin täglich oder ein Pacebopräparat. Die Studie wurde über einen Zeitraum von 8 Wochen durchgeführt. Im Serum wurden Cortisol und DHEA-S bestimmt. Die Schlafqualität und die Stimmungslage wurden mittels verschiedener Fragebögen erfasst. Die Cortisolspiegel und das Verhältnis Cortisol/DHEA-S waren in der Ornithingruppe im Vergleich zur Placebogruppe signifikant vermindert. Außerdem wurde in der Ornithingruppe eine Reduzierung des Ärgers und eine Verbesserung der Schlafqualität festgestellt. Eine Ornithinsupplementierung hat das Potential zu einer Verminderung von Stresssymptomen und zu einer Verbesserung der Schlafqualität.

Referenz:
Mika Miyake et al.: Randomised controlled trial of the effects of L-ornithine on stress markers and sleep quality in healthy workers. Nutrition Journal 2014


Verzweigtkettige Aminosäuren als Biomarker

Es gibt eine zunehmende Evidenz dafür, dass sich die verzweigtkettigen Aminosäuren (Isoleucin, Leucin, Valin) als Biomarker für verschiedene Erkrankungen eignen. Die Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren sind mit Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, Herzkreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Schlaganfällen assoziiert. Die Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren haben einen Voraussagewert für das Risiko von kardiometabolischen Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Referenz:
Batch BC et al.: Branch chain amino acids: biomarkers of health and disease. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2014 Jan; 17(1):86-9


Aminosäuren und Fettstoffwechsel

Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München untersuchten, inwieweit erhöhte Konzentrationen der Triglyceride mit den Konzentrationen von Aminosäuren zusammenhängen. Die Untersuchung wurde im Rahmen der KORA-Studie durchgeführt.

Es wurden die Aminosäuren von 1614 Personen zwischen 55 und 74 Jahren bestimmt. Das Probandenkollektiv wurde über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet. Erhöhte Konzentrationen von Leucin, Arginin, Valin, Prolin, Phenylalanin, Isoleucin und Lysin waren signifikant mit einem erhöhten Risiko für Hypertriglyceridämie  assoziiert. Dieser Zusammenhang blieb auch dann signifikant, wenn man sich auf Personen beschränkte, die keinen Typ-2-Diabetes entwickelten.

Die Autoren der Studie empfehlen weitere Untersuchungen zur Klärung der komplexen Rolle dieser Aminosäuren für die Pathogenese von Stoffwechselstörungen.

Referenz:
D. O. Mook-Kanamori et al.: Increased amino acids levels and the risk of developing of hypertriglyceridemia in a 7-year follow-up. J Endocrinol Invest 09.01.2014


Antioxidative Kapazität von NAC

Britische Wissenschaftler gingen in einem Fachartikel der Frage nach, wie die antioxidativen Eigenschaften von NAC zu bewerten seien. N-Acetylcystein ist bekanntlich ein Wirkstoff, der bei einer Paracetamolvergiftung sowie zur Schleimlösung eingesetzt wird. Auch zum Schutz gegen eine Kontrastmittel-induzierte Nephropathie und Thrombose wird NAC eingesetzt. Die britischen Wissenschaftler untersuchten die neueren Studien mit der Fragestellung, ob NAC einen eigenen antioxidativen Effekt besitzt oder ob die therapeutische Wirkung durch die Verstoffwechselung zu Glutathion zu erklären ist. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass NAC selber nicht als starkes Antioxidans zu betrachten sei; seine therapeutische Bedeutung liegt darin, dass es den Glutathionspiegel erhöht.

Referenz:
Rushworth GF et al.: Existing and potential therapeutic uses for N-acetylcysteine: The need for conversion to intracellular glutathione for antioxidant benefits. Pharmacol Ther. 2013 Sep. 28. pii: SO163-7258(13)00195-2.


Taurin könnte Keloidbildung vermindern

Keloide sind gutartige Hauttumore, die sich durch eine Fehlregulation der Wundheilung bilden. Es kommt zu einer starken Proliferation von Bindegewebszellen und zu einer vermehrten Kollagenproduktion. Für die Bildung der Keloide ist der Botenstoff TGF-Beta von großer Bedeutung.

Taurin könnte für die Behandlung von Keloiden eine wichtige Rolle spielen, da in verschiedenen Studien Taurin die Bildung von TGF-Beta und dadurch auch die Bildung von bindegewebigen Strukturen reduzieren konnte. Auch in der Bauchspeicheldrüse, Lunge und Leber verminderte Taurin die Bildung von TGF-Beta. Außerdem ist Taurin ein wichtiges Antioxidans und vermindert die Freisetzung von NF-Kappa B. Durch diesen entzündungshemmenden Effekt wird auch die Produktion von Interleukin 6 verhindert. Von letzterem ist bekannt, dass es die Bildung von Kollagen beschleunigt und das Wachstum von Keloiden fördert.

Taurin besitzt also verschiedene biochemische Eigenschaften, die dafür sprechen, dass diese Aminosäure zur Behandlung und Prävention von Keloiden eingesetzt werden kann.

Referenz:
M.A. Fallahzadeh et al.: Potential novel preventive effect of taurine versus keloid formation. Reviews, GAZZ MED ITAL – arch sci med 2012;171:65-7


Arginin/ NO-Stoffwechsel bei Stress

Wissenschaftler aus Südafrika untersuchten bei Lehrern mit weißer und schwarzer Hautfarbe den Stoffwechsel von Arginin/ Stickoxid in einer Stresssituation. Dazu wurde experimentell eine psychologische Stresssituation hervorgerufen. Es zeigte sich, dass das Arginin/ NO-System durch psychosozialen Stress beeinflusst wird und dass die Lehrer mit dunkler Hautfarbe hiervon stärker betroffen waren. In einer Ruhesituation hatten die dunkelhäutigen Lehrer eher günstigere Konzentrationen der Arginin-abhängigen Metabolite. Das Ergebnis der Studie könnte eine Erklärung dafür sein, dass bei dunkelhäutigen Südafrikanern häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten.

Referenz:
Manja Reimann et al.: Effects of acute and chronic stress on the L-Arginine nitric oxide pathway in black and white south Africans: The sympathetic activity and ambulatory blood pressure in Africans study. Psychosomatic medicine, August 19, 2013, doi: 10.1097/


Tryptophan beeinflusst Verhalten

Psychologen der Universität Leiden untersuchten in einer Studie welchen Effekt eine Tryptophansupplementierung auf das Vertrauen hatte. Dazu wurde ein Spiel durchgeführt, bei dem Versuchspersonen gebeten wurden, Geld zu verleihen, mit der ungewissen Option, zusätzliches Geld zurückzubekommen – in Abhängigkeit von der eingezahlten Summe. Die Versuchspersonen, die Tryptophan einnahmen, erwiesen sich im Vergleich zu Kontrollpersonen ohne zusätzliche Tryptophanzufuhr als deutlich vertrauensseliger und waren bereit, höhere Geldsummen zu geben.

Die Autorin der Studie äußerte sich dahingehend, dass Nahrungsmittel auch den Gemütszustand beeinflussen. Die Art der Nahrung kann deshalb auch die Art und Weise beeinflussen, wie wir in der physikalischen und sozialen Welt denken und agieren. Offensichtlich kann die Einnahme von Tryptophan das Vertrauen zwischen Menschen verbessern.

Referenz:
Medical Daily: Using Tryptophan to induce feelings of mutual trust: Amino acid helps promote feelings of well-being, happiness. 22.10.2013


Verzweigtkettige Aminosäuren und Diabetes-Risiko

Eine Nahrungsergänzung mit verzweigtkettigen Aminosäuren(Leucin, Isoleucin und Valin) hatte zahlreiche günstige Effekte in Bezug auf den Stoffwechsel. Japanische Wissenschaftler untersuchten in einer Studie einen möglichen Zusammenhang zwischen der BCAA-Aufnahme (BCAA = verzweigtkettige Aminosäuren) und dem Diabetes-Risiko. In die Studie wurden 13525 Einwohner der Stadt Takayama in Japan einbezogen. Eine höhere Aufnahme von verzweigtkettigen Aminosäuren war bei Frauen signifikant mit einem niedrigeren Diabetes-Risiko assoziiert. Bei Männern war die Leucinaufnahme geringfügig mit dem Diabetes-Risiko verbunden. Die Daten der Studie zeigen, dass eine hohe Aufnahme der BCAAs mit einem verminderten Diabetes-Risiko einhergeht.

Referenz:
Nagata C. et al.: Branched-chain amino acid intake and the risk of diabetes in a japanese community: The Takayama Study. Am J Epidemiol. 2013 Oct 15; 178(8):1226-1232. Epub 2013 Sep 5.


Tryptophan und Gedächtnisstörungen bei Typ-1-Diabetikern

Forscher aus Pakistan untersuchten den Zusammenhang zwischen der Tryptophankonzentration im Plasma und dem Auftreten von Gedächtnisstörungen bei Typ-1-Diabetikern. In einer Fallkontrollstudie wurden 50 Männer und 50 Frauen mit Typ-1-Diabetes untersucht. Mögliche Gedächtnisstörungen wurden per Befragung ermittelt und die Tryptophankonzentration mittels HPLC bestimmt.

Bei den Typ-1-Diabetikern wurden häufig Gedächtnisstörungen nachgewiesen. Außerdem zeigten sie eine signifikante Verminderung der Tryptophankonzentration im Plasma. Die Ergebnisse der Studie lassen den Schluss zu, dass eine verminderte Tryptophanaufnahme ins Gehirn  für die Gedächtnisdefizite bei Typ-1-Diabetikern verantwortlich sind.

Referenz:
Ahmad S et al.: Role of decreased plasma tryptophan in memory deficits observed in type-1 diabetes. J Pak Med Assoc. 2013 Jan; 63(1):65-8


Citrullin bei Herzmuskelschwäche

Bereits mehrfach wurde der Nutzen einer Supplementierung von Arginin und Citrullin bei der arteriellen Hypertonie nachgewiesen. Jetzt wurde die Wirksamkeit von Citrullin bei Patienten mit Herzinsuffizienz untersucht. 20 Patienten mit Herzinsuffizienz erhielten drei Gramm Citrullin pro Tag. Die Kontrollgruppe bestand aus 15 Patienten, die keine Supplementierung erhielten. In der Verumgruppe kam es zu einer deutlichen Verbesserung der Auswurfleistung der linken Herzkammer. Auch die Funktion der rechten Herzkammer wurde verbessert. Außerdem hatte Citrullin einen günstigen Effekt auf die Endothelfunktion, aber auch auf die NYHA-Klassifikation, d.h. der Schweregrad der Erkrankung wurde günstiger eingestuft.

Referenz:
Balderas-Munoz K et al.: Improvement of ventricular function in systolic heart failure patients with oral L-citrulline supplementation; Cardiol J. 2012; 19(6): 612-7


Tyrosin/ Phenylalanin beeinflussen körperliche Leistungsfähigkeit bei Hitze

Es ist bekannt, dass die Verabreichung von Tyrosin die Leistungsfähigkeit bei Hitze erhöht. Wissenschaftler aus Großbritannien untersuchten jetzt, welchen Einfluss ein Aminosäurengetränk ohne Tyrosin und Phenylalanin auf die körperliche Leistungsfähigkeit hat. Die Studie wurde bei acht männlichen Versuchsteilnehmern durchgeführt. Eine Stunde nach Verabreichung des Aminosäurengetränks wurden die Teilnehmer am Fahrradergometer bis zur Erschöpfung belastet. Die Gruppe der Teilnehmer, die ein tyrosinfreies Aminosäurengetränk erhielt, erwies sich als weniger belastbar.

Referenz:
Tumility L et al: Acute oral administration of a tyrosine and phenylalanine-free amino acid mixture reduces exercise capacity in the heat; Eur J Appl Physiol. 2013 Jan 4


Melatonin und Tryptophan bei Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren

Melatonin und seine Vorstufe Tryptophan haben einen Schutzeffekt gegen Schleimhautläsionen, die durch Aspirin verursacht werden, und sie können auch Magengeschwüre schneller zur Abheilung bringen. Bisher war nicht bekannt, inwieweit Melatonin und Tryptophan auch bei Helicobakter pylori von Nutzen sind. In einer polnischen Studie wurde dies untersucht. Die Patienten erhielten entweder 2 x 20 mg Omeprazol mit Placebo oder mit 2 x 5 mg Melatonin oder mit 2 x 250 mg Tryptophan. Die Zugabe von Melatonin oder Tryptophan zu Omeprazol verbesserte signifikant die Wundheilungsrate bei Magen-Zwölffingerdarm-Geschwüren durch Helicobakter pylori im Vergleich zur Alleinbehandlung mit Omeprazol.

Referenz:
Celinski K et al.: Effects of melatonin and tryptohan on healing of gastric and duodenal ulcers with Helicobacter pylori infection in humans; J Physiol Pharmacol. 2011 Oct; 62(5): 521-6


Cystein, Histidin und Glycin zeigen antientzündlichen Effekt

Bei der Pathogenese von Gefäßerkrankungen dürfte die Aktivierung von NF-Kappa-B in Endothelzellen eine Rolle spielen. Japanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt verschiedener Aminosäuren auf die Cytokinproduktion und Expression von Adhäsionsmolekülen bei entzündlichen Erkrankungen. Sie untersuchten den Effekt der Aminosäuren Cystein, Histidin und Glycin auf die Aktivierung von NF-Kappa-B, die Expression von E-Selektin und die Bildung von Interleucin 6 bei Gefäßendothelzellen, die mit TNF-Alpha stimuliert wurden. Alle drei untersuchten Aminosäuren verminderten signifikant die NF-Kappa-B-Aktivierung sowie die Expression von E-Selektin und die Bildung von Interleukin 6. Cystein zeigte den ausgeprägtesten Effekt.

Referenz:
Hasegawa S et al.: Cysteine, histidine and glycine exhibit anti-inflammatory effects in human coronary arterial endothelial cells; Clin Exp Immunol. 2012 Feb; 167(2): 269-74


Argininsupplementierung bei Metabolischem Syndrom

Polnische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss einer Argininsupplementierung auf Insulinresistenz und verschiedene andere Parameter bei Patienten mit viszeraler Adipositas. In die Studien wurden sechzig Patienten einbezogen, die über einen Zeitraum von drei Monaten entweder neun Gramm Arginin oder ein Placebopräparat erhielten. Als Kontrollgruppe dienten zwanzig schlanke Versuchspersonen.

In beiden Gruppen wurden neben der Insulinresistenz auch TNF-Alpha und der lösliche TNF-Rezeptor bestimmt. Zu Beginn der Studien lagen bei den übergewichtigen Patienten die Insulinspiegel sowie TNF-Alpha und HOMA-IR signifikant höher als bei den Kontrollpersonen. Eine dreimonatige Argininsupplementierung führte zu einer signifikanten Verbesserung der Insulinresistenz und der Insulinkonzentrationen. Die Konzentration von TNF-Alpha und dem löslichen TNF-Rezeptor wurde nur ganz leicht gesenkt.

Referenz:
Bogdanski P et al.: Effect of 3-month L-arginine supplementation on insulin resistance and tumor necrosis factor activity in patients with visceral obesity. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2012 Jun; 16(6):816-23


Taurin schützt vor koronarer Herzerkrankung

Wissenschaftler aus New York fanden in einer Studie einen inversen Zusammenhang zwischen den Serumtaurinkonzentrationen und der koronaren Herzerkrankung bei Frauen mit erhöhten Serumcholesterinwerten. Die Studie wurde durchgeführt um den Effekt von Taurin auf das KHK-Risiko zu untersuchen. Höhere Taurinkonzentrationen waren bei den Frauen mit einem bis zu 34 Prozent reduzierten Risiko für KHK assoziiert. Besonders ausgeprägt war der Schutzeffekt bei den Frauen mit einem Gesamtcholesterin größer als 250 mg/ dl. Taurin ist also besonders protektiv gegen KHK, wenn hohe Serumcholesterinspiegel vorliegen. Aus der Studie ging außerdem hervor, dass Taurin auch das Risiko für Typ-2-Diabetes und arterielle Hypertonie reduzierte.

Referenz:
Foodconsumers.org: Got high cholesterol? Take taurine supplements. 28.08.2012


Verzweigtkettige Aminosäuren bei Muskelkater

In einem Übersichtsartikel diskutierten brasilianische Wissenschaftler die Frage, inwieweit die Supplementierung der verzweigtkettigen Aminosäuren bei einer Muskelschädigung durch Krafttraining sinnvoll ist. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die verzweigtkettigen Aminosäuren die Muskelfunktion zwar nicht verbessern können, aber zu einer deutlichen Reduzierung des Muskelkaters führen.

Referenz:
Claudia R da Luz et al.: Potential therapeutic effects of branched-chain amino acids supplementation on resistance exercise-based muscle damage in humans; Journal of the International Society of Sports Nutrition 2011, 8: 23


Verzweigtkettige Aminosäuren erhöhen Albuminkonzentration

In verschiedenen japanischen Kliniken wurde untersucht, inwieweit die verzweigtkettigen Aminosäuren den Albuminspiegel bei Patienten mit Leberzirrhose beeinflussen. Es kam, im Vergleich zum Ausgangswert, zu einem signifikanten Anstieg des Albuminwertes nach 12 und 24 Wochen der Behandlungsdauer. Das Auftreten von Aszites und Ödemen verminderte sich signifikant bei den behandelten Patienten, der albuminsteigernde Effekt der verzweigtkettigen Aminosäuren erwies sich als unabhängig von der Energie- und Proteinaufnahme.

Referenz:
Yatsuhashi H et al.: Anti-hypoalbuminemic effect of branched-chain amino acid granules in patients with liver cirrhosis is independent of dietary energy and protein intake; Hepatol Res. 2011 Nov; 41 (11): 1027-1035


Medizinische Anwendung von Lysin

In einer Übersichtsarbeit indischer Wissenschaftler wurden die medizinischen Anwendungen von Lysin dargestellt. Lysin ist eine essentielle Aminosäure und muss deshalb in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt werden. Bezüglich der klinischen Bedeutung von Lysin gibt es mehrere Anwendungsgebiete.

Bereits Ende der achtziger Jahre wurde publiziert, dass Lysin einen präventiven und therapeutischen Effekt auf Herpes-Simplex-Virus-Infektionen hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Vermehrung der Viren durch Arginin gefördert und durch Lysin gehemmt werden kann. Eine erhöhte Zufuhr von Lysin kann deshalb das Schädlichkeitspotential von Herpes Simplex Viren verhindern. Lysin scheint als „Antimetabolit“ zu wirken, der die Aufnahme von Arginin in Zellen und Gewebe vermindert. Die Wirksamkeit einer Lysinsupplementierung bei Herpes-Simplex- Infektionen wurde auch in Studien untersucht. 52 Studienteilnehmer, bei denen wiederholt Herpesbläschen auftraten, erhielten drei Gramm Lysin über einen Zeitraum von sechs Monaten, wodurch sich das Auftreten der Lippenbläschen im Vergleich zur Kontrollgruppe um das 2,4-fache verminderte. Lysin hat auch eine mögliche Bedeutung zur Prävention der Osteoporose. Lysin verbessert die Calciumabsorption und vermindert die Calciumausscheidung über den Urin. Eine Kombination aus Lysin und Arginin verbesserte in einer Studie die Aktivität der Osteoblasten und erhöhte die Kollagenproduktion.

Eine weitere interessante therapeutische Option hat Lysin bei der Behandlung von Angststörungen. Eine unzureichende Lysinzufuhr über die Nahrung führt zu einer erhöhten psychovegetativen Labilität und Stresstoleranz. Mehrfach konnte durch die Supplementierung von Lysin eine Verbesserung der Ängstlichkeit-Scores nachgewiesen werden. Man vermutet, dass Lysin als ein 5-HT4-Rezeptor-Antagonist und als Benzodiazepin-Agonist wirkt. Der 5-HT4-Rezeptor gehört zu der Gruppe der Serotoninrezeptoren. Durch die Lysinwirkung an den genannten Rezeptoren kommt es zu einer psychovegetativen Stabilisierung.

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Lysin ist Haarverlust. Lysin spielt auch eine wichtige Rolle für die Kollagensynthese, so dass durch eine vermehrte Lysinzufuhr Reparaturvorgänge gefördert werden, z.B. bei Athleten. Möglicherweise hat Lysin auch für die Vorbeugung der Alzheimererkrankung eine Bedeutung, da der Herpes-Simplex-Typ1-Virus an der Entwicklung der Alzheimererkrankung eventuell beteiligt ist. Allerdings ist diese Wirkung noch nicht in prospektiven Langzeitstudien nachgewiesen worden.

Referenz:
Meenu Singh et al.: Medicinal uses of L-Lysine: Past and future; Int. J. Res. Pharm. Sci., 2(4), 2011, 637-642


Glutamin und Molkeprotein verbessern intestinale Permeabilität

In einer Studie indischer Wissenschaftler wurde der Effekt einer Glutaminsupplementierung auf die intestinale Permeabilität (Durchlässigkeit der Darmwand) bei Patienten mit Morbus Crohn untersucht. Die Teilnehmer der Studie erhielten entweder 0,5 g Glutamin pro Kilogramm Körpergewicht oder ein Molkeproteinpräparat. Sowohl Glutamin wie auch Molkeprotein verbesserten bei den Patienten signifikant die intestinale Permeabilität.

Referenz:
Benjamin J et al.: Glutamine and whey proteine improve intestinal permeability and morphology in patients with Crohn´s disease: A randomized controlled trial; Dig Dis Sci, 2011 Oct 26


Stickoxid und Endothelfunktion

Bekanntlich ist Stickoxid ein lösliches Gas, das kontinuierlich aus der Aminosäure Arginin in den Endothelzellen der Gefäße gebildet wird. Dieses Gas hat ein breites Spektrum an Eigenschaften: Aufrechterhaltung der vaskulären Homöostase einschließlich Gefäßtonus, Zellwachstum, Schutz der Blutgefäße vor Verletzungen etc. Eine ganze Reihe von Erkrankungen sind ein Risikofaktor für die Arteriosklerose, z.B. arterielle Hypertonie, Hypercholestrinämie, Rauchen, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz. Diese Erkrankungen sind mit einer verminderten Freisetzung von Stickoxid aus der Gefäßwand verbunden. Entweder wird Stickoxid in vermindertem Umfang gebildet oder beschleunigt abgebaut. Ein wichtiger therapeutischer Ansatz bei der endothelialen Dysfunktion ist also eine Verbesserung der Freisetzung von Stickoxid durch das Gefäßendothel.

Referenz:
Tousoulis D et al.: The role of nitric oxide on endothelial function; Curr Vasc Pharmacol. 2011 Nov 21


Der Effekt von Arginin auf den Blutdruck

Aufgrund verschiedener Studienergebnisse bestehen konkrete Hinweise, dass Arginin einen blutdrucksenkenden Effekt hat. Einige Studien wurden mit nur einer geringen Zahl von Patienten durchgeführt – mit dadurch begrenzter statistischer Aussagekraft. Aus diesem Grund führten chinesische Wissenschaftler eine Metaanalyse von randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudien durch. In die Metaanalyse konnten 11 dieser Studien einbezogen werden. Es zeigte sich eindeutig, dass eine Argininsupplementierung signifikant sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senkt. Durchschnittlich wurde der systolische Blutdruck um 5,39 mm Hg und der diastolische Blutdruck um 2,66 mm Hg gesenkt.

Referenz:
Dong JY et al.: Effect of oral l-arginine supplementation on blood pressure: A meta-analysis of randomized, double-blind, placebo-controlled trials; Am Heart J. 2011 Dec; 162(6): 95965


NAC und Fettstoffwechsel

Der oxidative Stress spielt bei der Entstehung von Diabetes, arterieller Hypertonie und Arteriosklerose eine wichtige Rolle. Argentinische Wissenschaftler verwendeten Präadipozyten in einer Zellkultur als Modell für die Entstehung von Übergewicht. Sie konnten nachweisen, dass parallel zur Fettanreicherung auch die ROS sowie SOD und GPX in der Zellkultur anstiegen. Durch Zugabe von N-Acetyl-Cystein konnte die Fettanreicherung konzentrationsabhängig verhindert werden. Auch verschiedene Enzymaktivitäten, die mit der Fettanreicherung zusammenhingen, wurden durch NAC verhindert.

Referenz:
Calzadilla P et al.: N-Acetylcysteine reduces markers of differentiation in 3T3-L1 adipocytes; Int J Mol Sci. 2011, 12(10): 6936-51


NAC bei psychiatrischen Erkrankungen

NAC wurde als Wirkstoff bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt. Dazu führten Wissenschaftler auch mehrere Studien durch, z.B. verminderte NAC das Suchtverhalten bei Marihuana-, Nicotin- und Kokainabhängigkeit. Günstige Effekte zeigten sich auch bei der Spielsucht sowie bei Zwangserkrankungen und der Trichotillomanie. Auch bei bipolaren Störungen und bei der Schizophrenie wurde NAC mit Erfolg eingesetzt. Als Wirkmechanismus ist eine Verminderung proinflammatorischer Zytokine nachweisbar. Bei psychiatrischen Erkrankungen liegt sehr häufig ein oxidativer Stress vor, zum anderen kommt es durch N-Acetyl-Cystein zu einer Veränderung der Glutamat- und Glutamin-Neurotransmission. N-Acetyl-Cystein scheint also eine vielversprechende Substanz für die Behandlung verschiedener psychiatrischer Störungen zu sein.

Referenz:
Olivia Dean et al.: N-acetylcysteine in psychiatry: current therapeutic evidence and potential mechanisms of action; J Psychiatry Neurosci 2011; 36(2): 78-86


NAC schützt gegen Toxizität von Glucokortikoiden

In einer Studie brasilianischer Wissenschaftler wurde untersucht, wie sich das sythetische Glucocorticoid Dexamethason auf eine Zellkultur mit Pankreas-Inselzellen auswirkt und ob dieser Effekt durch N-Acetyl-Cystein beeinflusst werden kann. Durch Dexamethason kam es zu einer vermehrten Bildung von ROS, außerdem wurde die Insulinsekretion der Pankreaszellen beeinträchtigt. Die festgestellten Veränderungen konnten durch Acetyl-Cystein in vollem Umfang rückgängig gemacht werden.

Referenz:
Roma LP et al.: N-acetylcysteine protects pancreatic islet against glucocorticoid toxicity; Redox Rep. 2011; 16(4): 173-80


N-Acetylcystein und Herzerkrankungen

Ägyptische Wissenschaftler untersuchten die Wirksamkeit von NAC-Infusionen bei Patienten, die sich einer Operation wegen eines abdominalen Aorta-Aneurysmas unterziehen mussten. Die Studie hatte das Ziel herauszufinden, ob durch NAC das Herz nach der Operation geschützt wird. Dazu wurden in verschiedenen Zeitabständen nach der Operation mehrere Entzündungsmarker und Parameter des oxidativen Stresses untersucht. Die Patienten mit NAC-Infusionen wiesen nach der Operation signifikant niedrigere Konzentrationen von proinflammatorischen Zytokinen auf. Die Konzentration von Malondialdehyd war bei diesen Patienten geringer und die totale antioxidative Kapazität höher. NAC vermindert also den postoperativen oxidativen Stress.

Referenz:
Mahmoud KM, Ammar AS et al.: Effect of N-acetylcysteine on cardiac injury and oxidative stress after abdominal aortic aneurysm repair: A randomized controlled trial; Acta Anaesthesiol Scand. 2011 Sep, 55(8): 1015-21


NAC schützt Osteoblasten vor oxidativem Stress

In einer Zellkultur wurde die Reaktion von Osteoblasten auf oxidativen Stress untersucht. Durch die Zugabe von Wasserstoffperoxid kam es zu einer erheblichen Störung der Proliferation und einer Differenzierung und Mineralisation der Osteoblasten. Durch die Zugabe von N-Acetyl-Cystein zu der Zellkultur konnte diese Schädigungen nahezu vollständig aufgehoben werden.

Referenz:
Ueno T et al.: N-acetyl-cysteine protects osteoblastic function from oxdidative stress; J Biomed Mater Res A. 2011 Sep 13 doi: 10.1002/jbm.a33211.


N-Acetylcystein vermindert oxidativen Stress nach schwerer Verbrennung

15 Patienten mit schweren Verbrennungen erhielten eine Therapie mit N-Acetyl-Cystein. Als Kontrollgruppe dienten weitere 15 Patienten mit einer Standardtherapie. Es wurden verschiedene Parameter des oxidativen Stresses bestimmt, z.B. Malondialdehyd, reduziertes Glutathion, Aktivität der Myeloperoxidase, der Katalase und der Superoxiddismutasen. Außerdem wurden verschiedene Cytokine bestimmt.

Die NAC-Behandlung erhöhten im Vergleich zur Kontrollgruppe die GSH-Spiegel nach vier Tagen; die Plasmaspiegel von Interleucin-6, Interleucin-8 und Interleucin-10 verminderten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe nach vier bis sechs Tagen. In der NAC-Gruppe waren auch weniger Katecholamine zur Therapie notwendig.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine Behandlung mit NAC mit vermindertem oxidativen Stress, höheren Antioxidantienspiegeln, einer verminderten Entzündungsaktivität und einem geringeren Bedarf an Vasopressoren einhergeht.

Referenz:
Csontos C et al.: Effect of N-acetyl-cysteine treatment on oxidative stress and inflammation after severe burn; Burns. 2011 Oct 4


Taurin schützt gegen nitrosativen Stress

In einem Zellmodell mit menschlichen Schwann-Zellen wurden die biologischen Effekte von Taurin bei hohen Glucosewerten untersucht.

Die Schwann-Zellen sind ein Modell für die Pathogenese der diabetischen Neuropathie, da sie bekanntlich für die Myelin-Synthese zuständig sind. Bei Zugabe hoher Glucose-Konzentrationen zur Zellkultur stiegen verschiedene Parameter des nitrosativen Stesses an, was durch eine Zugabe von Taurin wieder verhindert werden konnte. Die Daten dieser Untersuchung zeigen, dass Taurin für die Prävention des nitrosativen Stresses in Schwann-Zellen eine wichtige Rolle spielt. Daraus kann auch abgeleitet werden, dass Taurin für die Entwicklung und Behandlung der diabetischen Neuropathie bedeutsam ist.

Referenz:
Askwith T et al: Taurine reduces nitrosative stress and nitric oxide synthase expression in high glucose-exposed human schwann cells; Exp. Neurol. 2011 Sep 17


Aminosäuren haben antientzündliche Effekte

Japanische Forscher untersuchten den Effekt verschiedener Aminosäuren auf die Cytokinproduktion und die Expression von Adhäsionsmolekülen in Monozyten. Cystein, Histidin und Glycin reduzierten signifikant die Aktivierung von NF-Kappa-B. Cystein und Histidin verhinderten auch signifikant die Expression von ICAM-1. Das Ergebnis der Untersuchungen lässt den Schluss zu, dass die Aminosäuren Cystein und Histidin bei der Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen wirksam sein könnten.

Referenz:
Hasegawa S et al.: Amino acids exihibit anti-inflammatory effects in human monocytic leukemia cell line, THP-1 cells; Inflamm Res. 2011 Jul 22


Tryptophanstoffwechsel bei Sepsis

Es ist schon länger bekannt, dass es bei Entzündungen oder Infektionen zu einem vermehrten Tryptophanabbau kommt. Australische Wissenschaftler untersuchten, inwieweit der Abbau von Tryptophan zu Kynurenie bei Sepsispatienten auf den Blutdruck Einfluss hat. Dabei zeigten sich verschiedene Erkenntnisse: Die IDO-Aktivität war bei Patienten im septischen Schock bis zu neunfach erhöht. Die IDO-Aktivität korrelierte auch eng mit dem Bedarf inotroper Medikamente. IDO wurde vermehrt in entzündetem Herzgewebe und in den Endothelzellen der Widerstandsgefäße exprimiert. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Aktivität von IDO beim septischen Schock des Menschen mit niedrigem Blutdruck korreliert.

Referenz:
Changsirivathanathamrong D et al.: Tryptophan metabolism to kynurenine is a potential novel contributor to hypotension in human sepsis; Crit Care Med. 2011 Jul 14


Folsäure und Cystein

Norwegische Wissenschaftler untersuchten die Zusammenhänge zwischen der Folsäure- und der Cysteinkonzentration im Blut bei Industriearbeitern. Es zeigte sich eine positive Korrelation zwischen der Serum- und Cysteinkonzentration, d.h. hohe Folsäurekonzentrationen waren in der Regel auch mit hohen Cysteinkonzentrationen assoziiert. Niedrige Folsäurekonzentrationen korrelierten häufig mit erhöhten Homocystein- und Triglyceridkonzentrationen. Die Autoren der Studie zogen daraus den Schluss, dass Folsäure ein wichtiger Modulator für den Cystein- und Fettstoffwechsel sein könnte.

Referenz:
Mohammed Azam Mansoor et al.: Serum Folate is significantly correlated with plasma cysteine concentrations in healthy industry workers; Annals of Nutrition & Metabolism; Vol. 58, No. 1, 2011


Taurin bei Diabetes mellitus

Taurin ist eine Aminosäure mit sehr vielfältigen Eigenschaften und kann über verschiedene molekulare Mechanismen diabetische Komplikationen mindern. Zu erwähnen ist hier die endotheliale Dysfunktion. Taurin vermindert die Bildung von AGEs und OX-LDL. Es kommt zu einer Verbesserung der NO-Verfügbarkeit. Auch bei der diabetischen Nefropathie, Rethinopathie, Neuropathie und Cardiomyopathie ist eine Taurinsupplementierung von Nutzen, wobei die Vermindung des oxidativen Stresses eine wichtige Rolle spielt. Taurin kann die Durchblutungsverhältnisse in der Retina verbessern und verhindert die Bildung einer Fibrose in den Nieren bei Diabetikern. Taurindosen bis zu drei Gramm täglich gelten als sicher. Die Zahl klinischer Studien mit Menschen ist allerdings noch sehr begrenzt. Die zahlreichen günstigen Effekte von Taurin bei Tieren sind eventuell auch dadurch erklärbar, dass bei diesen Tieren häufig zehnfach höhere Taurinkonzentrationen als beim Menschen angewendet wurden.

Referenzen:
Takashi Ito et al.: The potential usefulness of taurine on diabetes mellitus and its complications; Amino Acids, puplished online: 25 March 2011-04-11


Veränderungen im Dünndarm bei Adipositas und Diabetes

In einer Studie niederländischer Wissenschaftler wurde der Zusammenhang zwischen Plasmamarkern der Dünndarmfunktion und chronischer Hyperglykämie bei Männern untersucht. Citrullin wurde als Marker für die Enterozytenmasse bestimmt. Das intestinale fatty acid binding protein (I-FABP) diente als Marker für Enterozytenverluste. Bei Patienten mit chronischer Hyperglykämie waren Citrullin und I-FABP signifikant erhöht. Offensichtlich besteht bei hyperglykämischen adipösen Menschen ein erhöhter enterozytenverlust und eine erhöhte Enterozytenmasse.

Referenz:
Froukje J Verdam et al.: Small intestinal alterations in severely obese hyperglycemic subjects; The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism; doi: 10.1210/ jc. 2010-1333