Glutamin bei Reizdarm

Wissenschaftler aus den USA publizierten einen Fachartikel über eine randomisierte Doppelblindstudie. Untersucht wurde die Wirksamkeit einer oralen Glutamintherapie bei Patienten mit postinfektziösem Reizdarmsyndrom. Die Studie dauerte acht Wochen. 54 Studienteilnehmer erhielten Glutamin, 52 Personen bekamen ein Placebopräparat. Die Glutaminsupplementierung führte bei den Reizdarmpatienten zu einer eindrucksvollen Besserung der Reizdarmsymptomatik. Während der Behandlung wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.

Referenz:
Zhou Q et al.: Randomised placebo-controlled trial of dietary glutamine supplements for postinfectious irritable bowel syndrome. Gut. 2018 Aug 14. pii: gutjnl-2017-315136.


Vortrag: Erkältungen vorbeugen – das Immunsystem stärken mit Mikronährstoffen

Im Herbst und im Winter kommt es vermehrt zu Erkältungskrankheiten. Das muss aber nicht sein. Von entscheidender Bedeutung ist eine gute Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Dafür ist u.a. eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen notwendig.

In dem Vortrag erklären wir die Bedeutung der Mikronährstoffe für die Immunkompetenz und warum es sinnvoll ist, eine Mikronährstoffanalyse des Blutes durchzuführen.

Wir laden Sie recht herzlich ein zu unserem Vortrag:

“Erkältungen vorbeugen – das Immunsystem stärken mit Mikronährstoffen”

Der Vortrag findet am 18. November 2018 um 16.00 Uhr in der Naturklinik Michelrieth, Löwensteinstraße 15 in 97828 Marktheidenfeld-Michelrieth statt. Referent ist Dr.med. Hans-Günter Kugler. Der Eintritt ist kostenlos.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.


Aminosäuren: wichtig für viele Stoffwechselfunktionen

Aminosäuren sind die Bausteine sämtlicher Proteine, seien es Strukturproteine, Enzyme, Proteine des Immunsystems etc. Aminosäuren zählen neben den Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren zu den Mikronährstoffen.

Die 23 Aminosäuren werden in unterschiedlichen Frequenzen zu einer Vielzahl von Proteinen verknüpft. Aminosäuren sind aber nicht nur Proteinbausteine, sondern haben darüber hinaus zahlreiche andere Funktionen. Sie fungieren z.B. als Neurotransmitter wie Glutamat und Glycin oder sind Vorläufersubstanzen für die Bildung von Neurotransmittern wie z.B. Tryptophan und Tyrosin. Aminosäuren wie Glutamin, Glutamat und Aspartat sind wichtige Energielieferanten, z.B. für das Immunsystem und die Schleimhautzellen des Darmes. Verschiedene Aminosäuren können auch für die Zuckerneubildung in der Leber verwendet werden. Die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein sind auch wichtige Quellen für Sulfat im Stoffwechsel, das unter anderem auch für Entgiftungsreaktionen in der Leber benötigt wird. Die Aminosäuren Glutamin und Glutaminsäure sind auch Regulatoren des Säure-Basen-Haushaltes. Die Aminosäure Leucin ist ein wichtiger anaboler Signalgeber im Stoffwechsel. Außerdem sind Aminosäuren Ausgangssubstanzen für die Bildung zahlreicher Biomoleküle wie Carnitin, Kreatin, Glutathion, Purine, Pyrimidine, Phospholipide und Gallensäuren.

Eine Supplementierung von Aminosäuren sollte aber erst dann erfolgen, wenn entsprechende Defizite nachgewiesen wurden. Die hochdosierte Einnahme von einzelnen Aminosäuren kann nämlich möglicherweise auch den Aminosäurenstoffwechsel stören. Eine Nahrungsergänzung mit Aminosäuren kann bei vielen Erkrankungen von Nutzen sein. Glutamin ist z.B. wichtig für die Darmschleimhaut und die Aufrechterhaltung der Barrierefunktion des Darmes. Die Aminosäuren Cystein, Glutamin und Glycin sind Ausgangssubstanzen für die Synthese von Glutathion, das wiederum eine zentrale Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Immunkompetenz hat. Taurin kann bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Nutzen sein, z.B. durch einen leicht blutdrucksenkenden Effekt und durch Stärkung des Herzmuskels.

Neueste Studienergebnisse haben auch gezeigt, dass Serin für die Funktionsfähigkeit des Immunsystems unerlässlich ist. Tyrosin ist Ausgangssubstanz für die Synthese der Katecholamine; Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin. Die Serotoninsynthese und damit auch die psychische Befindlichkeit des Menschen ist sehr stark davon Abhängig, wie viel Tryptophan ins Gehirn gelangen kann. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin spielen eine wichtige Rolle für den Muskelstoffwechsel und die Muskelproteinsynthese. Arginin ist Ausgangssubstanz für die Bildung des gasförmigen Botenstoffes NO, der maßgeblich an der Regulierung der Gefäßfunktion beteiligt ist.

In der Mikronährstoffmedizin sollten also unbedingt auch die Aminosäuren ausreichend berücksichtigt werden. Allerdings sollte vor einer Supplementierung von Aminosäuren eine entsprechende Laboranalyse erfolgen. Wir empfehlen hierzu die Durchführung des Aminosäuren-Komplettprofils , bei der alle 23 essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren im Blut bestimmt werden. Dadurch ist eine genaue Dosierung der Aminosäuren, in Form einer individuellen Aminosäuren-Pulvermischung möglich.

Referenzen:

  • Ma EH et al.: Serine Is an Essential Metabolite for Effector T Cell Expansion. Cell Metab. 2017 Feb 7;25(2):345-357.
  • Evelien P. J. G. Neis et al.: Human splanchnic amino-acid metabolism. Amino Acids. 2017; 49(1): 161–172.
  • Ahmadian M et al.: Taurine Supplementation Improves Functional Capacity, Myocardial Oxygen Consumption, and Electrical Activity in Heart Failure. J Diet Suppl. 2017 Jul 4;14(4):422-432.
  • J.P.F. D`Mello: Amino Acids in Human Nutrition and Health. www.cabi.org. CAB International 2012

 

Weitere Infos:
– Praxis für Mikronährstoffmedizin –
Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik
und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstraße 9
D-97828 Marktheidenfeld
Tel. +49/ (0)9394/ 9703-0
www.diagnostisches-centrum.de


Abnorme Aminosäurenprofile bei verschiedenen Stoffwechselstörungen

Bei verschiedenen Stoffwechselstörungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und dem metabolischen Syndrom wurden die Aminosäurenkonzentrationen im Serum bestimmt. Außerdem wurde eine Metaanalyse einschließend 47 Fallkontrollstudien durchgeführt.

Ziel war die Klärung von Aminosäurendifferenzen bei Adipositas, Typ-2-Diabetes und metabolsichem Syndrom. Im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen waren bei den Patienten mit den genannten Stoffwechselstörungen 14 Aminosäurenkonzentrationen signifikant verändert. Am häufigsten führte Adipositas zu Veränderungen der Aminosäurenkonzentrationen, gefolgt von metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes. Valin, Isoleucin, Glutaminsäure und Prolin waren bei allen Stoffwechselstörungen erhöht, während Glycin vermindert war.

Referenz:
Okekunle AP et al.: Abnormal circulating amino acid profiles in multiple metabolic disorders. Diabetes Res Clin Pract. 2017 Jul 21;132:45-58.


Aminosäuren und kardiovaskuläre Ereignisse

Bisher wusste man nur wenig über die Aufnahme von Aminosäuren und dem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems). Teilnehmer einer großen iranischen Studie wurden über einen Zeitraum von 6,7 Jahren beobachtet. Zu Beginn und nach Ablauf der Studie wurde die Protein- und Aminosäurenaufnahme ermittelt. Eine höhere Aufnahme von Glutaminsäure und Prolin erhöhte das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine höhere Nahrungszufuhr von schwefelhaltigen Aminosäuren sowie von Arginin, Glycin, Histidin, Leucin und Tyrosin verminderten das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Referenz:
Parvin Mirmiran et al.: Contribution of dietary amino acids composition to incidence of cardiovascular outcomes: A prospective population-based study. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases, Available online 15 May 2017


Einfluss von BCAA´s und Tyrosin auf Muskelvolumen und Zuckerstoffwechsel

Es ist bekannt, dass Metabolite des Aminosäurenstoffwechsels, einschließlich der verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA´s) und Tyrosin, den Zuckerstoffwechsel beeinflussen. Wissenschaftler aus Japan untersuchten den Zusammenhang bei gesunden Versuchspersonen, die weder Prädiabetes, noch Diabetes, noch Adipositas aufwiesen. Das Muskelvolumen sowie die Serumkonzentrationen der BCAA´s und von Tyrosin waren bei den Männern höher als bei den Frauen. Die Konzentrationen der BCAA´s korrelierten positiv mit dem Muskelvolumen, dem Nüchternblutzucker und der Nüchterninsulinkonzentration. Sie korrelierten negativ mit der HOMA-Insulinresistenz. Die Tyrosinkonzentration korrelierte positiv mit der Nüchterninsulinkonzentration.

Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Insulinsensivität und das Muskelvolumen bei Personen ohne Diabetes positiv mit der Konzentration der BCAA´s assoziiert sind.

Referenz:
Honda T,Kobayashi Y et al.: Associations among circulating branched-chain amino acids and tyrosine with muscle volume and glucose metabolism in individuals without diabetes; Nutrition. 2015 Dec 8. pii: S0899-9007(15)00464-5.


Aminosäuren und Blutdruck

Britische Wissenschaftler fanden heraus, dass eine höhere Proteinaufnahme einen günstigen Effekt auf die Gefäßfunktion hat. Eine größere Aufnahme von Glutaminsäure, Leucin und Tyrosin war am stärksten mit der Pulswellengeschwindigkeit assoziiert. Eine höhere Aufnahme von Aminosäuren aus pflanzlichen Quellen war mit niedrigerem zentralen Blutdruck verbunden. Die Größenordnung der beobachteten Zusammenhänge war durchaus vergleichbar mit anderen Lifestylefaktoren. Eine vermehrte Aufnahme dieser Aminosäuren könnte also eine bedeutende und leicht verfügbare Möglichkeit sein, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermindern.

Referenz:
Jennings A, MacGregor A et al.: Amino Acid Intakes Are Inversely Associated with Arterial Stiffness and Central Blood Pressure in Women; J Nutr. 2015 Sep;145(9):2130-8. doi: 10.3945/jn.115.214700.


Aminosäurenaufnahme bei älteren Menschen

Wissenschaftler aus Neuseeland bestimmten die Plasma-Aminosäuren-Konzentrationen nach einer proteinreichen Mahlzeit. Sie konnten aufzeigen, dass die Proteinaufnahme bei den älteren Erwachsenen deutlich langsamer war als bei den jüngeren Studienteilnehmern. Die höchsten Konzentrationen der essentiellen und verzweigtkettigen Aminosäuren wurde bei den jüngeren Erwachsenen eine Stunde nach der Nahrungsaufnahme festgestellt, während bei den älteren Erwachsenen der Spitzenwert erst drei Stunden nach der Mahlzeit erreicht wurde. Die verzögerte Aufnahme der Aminosäuren könnte die Proteinsynthese in der alternden Muskulatur verhindern oder zumindest verzögern.

Referenz:
A.M.Milan, R.F.D’Souza et al.: Older adults have delayed amino acid absorption after a high protein mixed breakfast meal; The journal of nutrition, health & aging, First online: 09 March 2015


Aminosäurenmischung stimuliert Fettstoffwechsel

Japanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer Aminosäurenmischung auf die Fettverbrennung. Die Mischung bestand aus den Aminosäuren Arginin, Alanin und Phenylalanin. Sie konnten nachweisen, dass die Einnahme von drei Gramm dieser Mischung vor einer körperlichen Anstrengung den Fettstoffwechsel stimuliert. Die genannte Aminosäurenmischung könnte also in Zusammenhang mit einer körperlichen Aktivität eine sinnvolle Ernährungsstrategie zur Verbesserung der Fettverbrennung sein.

Referenz:
Ueda K1, Nakamura Y et al.: Amino Acid Mixture Enriched with Arginine, Alanine, and Phenylalanine Stimulates Fat Metabolism During Exercise; Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2015 Aug 3.


Aminosäuren und Fettstoffwechsel

Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München untersuchten, inwieweit erhöhte Konzentrationen der Triglyceride mit den Konzentrationen von Aminosäuren zusammenhängen. Die Untersuchung wurde im Rahmen der KORA-Studie durchgeführt.

Es wurden die Aminosäuren von 1614 Personen zwischen 55 und 74 Jahren bestimmt. Das Probandenkollektiv wurde über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet. Erhöhte Konzentrationen von Leucin, Arginin, Valin, Prolin, Phenylalanin, Isoleucin und Lysin waren signifikant mit einem erhöhten Risiko für Hypertriglyceridämie  assoziiert. Dieser Zusammenhang blieb auch dann signifikant, wenn man sich auf Personen beschränkte, die keinen Typ-2-Diabetes entwickelten.

Die Autoren der Studie empfehlen weitere Untersuchungen zur Klärung der komplexen Rolle dieser Aminosäuren für die Pathogenese von Stoffwechselstörungen.

Referenz:
D. O. Mook-Kanamori et al.: Increased amino acids levels and the risk of developing of hypertriglyceridemia in a 7-year follow-up. J Endocrinol Invest 09.01.2014


Tyrosin/ Phenylalanin beeinflussen körperliche Leistungsfähigkeit bei Hitze

Es ist bekannt, dass die Verabreichung von Tyrosin die Leistungsfähigkeit bei Hitze erhöht. Wissenschaftler aus Großbritannien untersuchten jetzt, welchen Einfluss ein Aminosäurengetränk ohne Tyrosin und Phenylalanin auf die körperliche Leistungsfähigkeit hat. Die Studie wurde bei acht männlichen Versuchsteilnehmern durchgeführt. Eine Stunde nach Verabreichung des Aminosäurengetränks wurden die Teilnehmer am Fahrradergometer bis zur Erschöpfung belastet. Die Gruppe der Teilnehmer, die ein tyrosinfreies Aminosäurengetränk erhielt, erwies sich als weniger belastbar.

Referenz:
Tumility L et al: Acute oral administration of a tyrosine and phenylalanine-free amino acid mixture reduces exercise capacity in the heat; Eur J Appl Physiol. 2013 Jan 4


Melatonin und Tryptophan bei Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren

Melatonin und seine Vorstufe Tryptophan haben einen Schutzeffekt gegen Schleimhautläsionen, die durch Aspirin verursacht werden, und sie können auch Magengeschwüre schneller zur Abheilung bringen. Bisher war nicht bekannt, inwieweit Melatonin und Tryptophan auch bei Helicobakter pylori von Nutzen sind. In einer polnischen Studie wurde dies untersucht. Die Patienten erhielten entweder 2 x 20 mg Omeprazol mit Placebo oder mit 2 x 5 mg Melatonin oder mit 2 x 250 mg Tryptophan. Die Zugabe von Melatonin oder Tryptophan zu Omeprazol verbesserte signifikant die Wundheilungsrate bei Magen-Zwölffingerdarm-Geschwüren durch Helicobakter pylori im Vergleich zur Alleinbehandlung mit Omeprazol.

Referenz:
Celinski K et al.: Effects of melatonin and tryptohan on healing of gastric and duodenal ulcers with Helicobacter pylori infection in humans; J Physiol Pharmacol. 2011 Oct; 62(5): 521-6


Argininsupplementierung bei Metabolischem Syndrom

Polnische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss einer Argininsupplementierung auf Insulinresistenz und verschiedene andere Parameter bei Patienten mit viszeraler Adipositas. In die Studien wurden sechzig Patienten einbezogen, die über einen Zeitraum von drei Monaten entweder neun Gramm Arginin oder ein Placebopräparat erhielten. Als Kontrollgruppe dienten zwanzig schlanke Versuchspersonen.

In beiden Gruppen wurden neben der Insulinresistenz auch TNF-Alpha und der lösliche TNF-Rezeptor bestimmt. Zu Beginn der Studien lagen bei den übergewichtigen Patienten die Insulinspiegel sowie TNF-Alpha und HOMA-IR signifikant höher als bei den Kontrollpersonen. Eine dreimonatige Argininsupplementierung führte zu einer signifikanten Verbesserung der Insulinresistenz und der Insulinkonzentrationen. Die Konzentration von TNF-Alpha und dem löslichen TNF-Rezeptor wurde nur ganz leicht gesenkt.

Referenz:
Bogdanski P et al.: Effect of 3-month L-arginine supplementation on insulin resistance and tumor necrosis factor activity in patients with visceral obesity. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2012 Jun; 16(6):816-23


Taurin schützt vor koronarer Herzerkrankung

Wissenschaftler aus New York fanden in einer Studie einen inversen Zusammenhang zwischen den Serumtaurinkonzentrationen und der koronaren Herzerkrankung bei Frauen mit erhöhten Serumcholesterinwerten. Die Studie wurde durchgeführt um den Effekt von Taurin auf das KHK-Risiko zu untersuchen. Höhere Taurinkonzentrationen waren bei den Frauen mit einem bis zu 34 Prozent reduzierten Risiko für KHK assoziiert. Besonders ausgeprägt war der Schutzeffekt bei den Frauen mit einem Gesamtcholesterin größer als 250 mg/ dl. Taurin ist also besonders protektiv gegen KHK, wenn hohe Serumcholesterinspiegel vorliegen. Aus der Studie ging außerdem hervor, dass Taurin auch das Risiko für Typ-2-Diabetes und arterielle Hypertonie reduzierte.

Referenz:
Foodconsumers.org: Got high cholesterol? Take taurine supplements. 28.08.2012


Medizinische Anwendung von Lysin

In einer Übersichtsarbeit indischer Wissenschaftler wurden die medizinischen Anwendungen von Lysin dargestellt. Lysin ist eine essentielle Aminosäure und muss deshalb in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt werden. Bezüglich der klinischen Bedeutung von Lysin gibt es mehrere Anwendungsgebiete.

Bereits Ende der achtziger Jahre wurde publiziert, dass Lysin einen präventiven und therapeutischen Effekt auf Herpes-Simplex-Virus-Infektionen hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Vermehrung der Viren durch Arginin gefördert und durch Lysin gehemmt werden kann. Eine erhöhte Zufuhr von Lysin kann deshalb das Schädlichkeitspotential von Herpes Simplex Viren verhindern. Lysin scheint als „Antimetabolit“ zu wirken, der die Aufnahme von Arginin in Zellen und Gewebe vermindert. Die Wirksamkeit einer Lysinsupplementierung bei Herpes-Simplex- Infektionen wurde auch in Studien untersucht. 52 Studienteilnehmer, bei denen wiederholt Herpesbläschen auftraten, erhielten drei Gramm Lysin über einen Zeitraum von sechs Monaten, wodurch sich das Auftreten der Lippenbläschen im Vergleich zur Kontrollgruppe um das 2,4-fache verminderte. Lysin hat auch eine mögliche Bedeutung zur Prävention der Osteoporose. Lysin verbessert die Calciumabsorption und vermindert die Calciumausscheidung über den Urin. Eine Kombination aus Lysin und Arginin verbesserte in einer Studie die Aktivität der Osteoblasten und erhöhte die Kollagenproduktion.

Eine weitere interessante therapeutische Option hat Lysin bei der Behandlung von Angststörungen. Eine unzureichende Lysinzufuhr über die Nahrung führt zu einer erhöhten psychovegetativen Labilität und Stresstoleranz. Mehrfach konnte durch die Supplementierung von Lysin eine Verbesserung der Ängstlichkeit-Scores nachgewiesen werden. Man vermutet, dass Lysin als ein 5-HT4-Rezeptor-Antagonist und als Benzodiazepin-Agonist wirkt. Der 5-HT4-Rezeptor gehört zu der Gruppe der Serotoninrezeptoren. Durch die Lysinwirkung an den genannten Rezeptoren kommt es zu einer psychovegetativen Stabilisierung.

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Lysin ist Haarverlust. Lysin spielt auch eine wichtige Rolle für die Kollagensynthese, so dass durch eine vermehrte Lysinzufuhr Reparaturvorgänge gefördert werden, z.B. bei Athleten. Möglicherweise hat Lysin auch für die Vorbeugung der Alzheimererkrankung eine Bedeutung, da der Herpes-Simplex-Typ1-Virus an der Entwicklung der Alzheimererkrankung eventuell beteiligt ist. Allerdings ist diese Wirkung noch nicht in prospektiven Langzeitstudien nachgewiesen worden.

Referenz:
Meenu Singh et al.: Medicinal uses of L-Lysine: Past and future; Int. J. Res. Pharm. Sci., 2(4), 2011, 637-642


Aminosäuren haben antientzündliche Effekte

Japanische Forscher untersuchten den Effekt verschiedener Aminosäuren auf die Cytokinproduktion und die Expression von Adhäsionsmolekülen in Monozyten. Cystein, Histidin und Glycin reduzierten signifikant die Aktivierung von NF-Kappa-B. Cystein und Histidin verhinderten auch signifikant die Expression von ICAM-1. Das Ergebnis der Untersuchungen lässt den Schluss zu, dass die Aminosäuren Cystein und Histidin bei der Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen wirksam sein könnten.

Referenz:
Hasegawa S et al.: Amino acids exihibit anti-inflammatory effects in human monocytic leukemia cell line, THP-1 cells; Inflamm Res. 2011 Jul 22


Glutathionsynthese bei Diabetikern

Texanische Wissenschaftler untersuchten die Glutathionkonzentration bei Diabetespatienten und überprüften die Hypothese, dass eine verminderte GSH-Konzentration durch eine Cystein- und Glycin-Supplementierung verbessert werden könne. Dabei wurden 12 Diabetespatienten mit 12 Kontrollpersonen verglichen. Die Patienten mit einem unkontrollierten Typ2-Diabetes wiesen einen schweren Glutathionmangel auf, der durch eine Supplementierung von Cystein und Glycin aufgehoben werden konnte.

Referenz:
Rajagopal V Sekhar, MD et al.: Glutathione synthesis is diminished in patients with uncontrolled diabetes and restored by dietary supplementation with cysteine and glycine; care.diabetesjournal.org, Jan. 2011


Aminosäuren als Signalmoleküle

Wenn man sich mit den Stoffwechselfunktionen der Aminosäuren beschäftigt, steht natürlich ganz im Vordergrund, dass die Aminosäuren die Bausteine sämtlicher Proteine sind. Darüberhinaus haben verschiedene Aminosäuren auch andere Aufgaben, z.B. als Neurotransmitter oder als Vorläufersubstanzen für die Bildung wichtiger Stoffwechselprodukte.

Neu ist die Erkenntnis, dass Aminosäuren auch als Signalmoleküle im Stoffwechsel dienen. Es spricht einiges dafür, dass die Aminosäurenkanäle auch gleichzeitig als Sensoren für die Aminosäurenverfügbarkeit fungieren.

Die aktuelle Versorgungslage betreffend die einzelnen Aminosäuren wird dann quasi als Signal an den Zellstoffwechsel weitergeleitet, was dann wiederum in der Zelle zu Stoffwechselveränderungen führen kann. Ein Glutaminmangel kann z.B. in bestimmten Immunzellen den ATP-Spiegel vermindern. Dies ist ein Signal für einen Energiemangel, wodurch dann bestimmte Biosynthesereaktionen in der Zelle gestoppt werden. Aminosäuren regulieren auch verschiedene Transkriptionsfaktoren und können so die Ablesung der Gene beeinflussen. Dadurch wird z.B. der Stoffwechsel in der Skelettmuskulatur verändert. Es gibt inzwischen viele Beispiele für diesen Signaleffekt der Aminosäuren. Vor kurzer Zeit hat die Meldung in der Presse für einiges Aufsehen gesorgt, dass bei der Fruchtfliege Drosofila die Lebensdauer und Fruchtbarkeit durch bestimmte Kombinationen von Aminosäuren beeinflusst wird. Besonders die Menge der Aminosäure Methionin erwies sich als ausschlaggebend für eine verlängerte Lebensdauer. Natürlich kann man Studien an Insekten nicht einfach auf den Menschen übertragen, trotzdem haben Aminosäuren sicher eine weit größere Bedeutung im Stoffwechsel als bisher bekannt ist.

Referenz:
Erich Roth and Wilfred Druml: Plasma amino acid imbalance: dangerous in chronic diseases? Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care 2011, 14: 67-74
Scinexx.de, 21.12.2010: Aminosäuren lassen Fruchtfliegen länger leben