Lysin und Magenentleerung

An der Universität in Zürich untersuchten Wissenschaftler, ob sich die Aminosäure Lysin auf die Magenentleerungsgeschwindigkeit auswirkt. Das Ergebnis war Folgendes: Lysin verzögerte dosisabhängig die Magenentleerungsgeschwindigkeit, ebenso wurde ein dosisabhängiger Anstieg von Flüssigkeit im Magen-Darm-Trakt beobachtet. Für die Kontrolle der Beweglichkeit des Magen-Darm-Traktes könnten also einzelne Aminosäuren eine größere Rolle spielen.

Referenz:
Baruffol C et al.: L-lysine dose dependently delays gastric emptying and increases intestinal fluid volume in humans and rats; Neurogastroenterol Motil. 2014 Jun 1


Lysin und Schizophrenie

Es gibt zunehmend Hinweise, dass das NO-Signalsystem im Gehirn an der Pathophysiologie der Schizophrenie beteiligt ist. Aus diesem Grund wurde an einer Reihe von Patienten untersucht, ob Lysin, das die NO-Produktion vermindert, einen günstigen Effekt auf die Behandlung der Schizophrenie haben könnte.

Zehn Patienten mit der Diagnose Schizophrenie erhielten als Zusatz zur konventionellen Psychopharmakatherapie sechs Gramm Lysin am Tag. Die Studie wurde im Cross-over-design durchgeführt, das heißt, die zehn Patienten, die zusätzlich mit Lysin behandelt wurden, bekamen nach zehn Wochen ein Placebopräparat und die übrigen Patienten Lysin.

Erwartungsgemäß führte die Verabreichung von Lysin zu einem signifikanten Anstieg der Lysinkonzentration, und es konnte als Folge eine signifikante Verminderung der Positiv-Symptome der Schizophrenie nachgewiesen werden. Diese Veränderung wurde mit der „Positive and negative Syndrome Scale“ (PANSS) erfasst. Einige der Patienten berichteten auch über eine Verminderung ihrer Symptome und eine verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit. Das Ergebnis dieser Pilotstudie sollte Anlass sein, weitere, umfangreichere Untersuchungen durchzuführen. Der NO-Signalweg ist offensichtlich ein interessanter therapeutischer Ansatzpunkt für die Behandlung der Schizophrenie.

Referenz:
Wass C et al.: L-lysine as adjunctive treatment in patients with schizophrenia: a single-blinded, randomized, cross-over pilot study; BMC Med. 2011 Apr 18, 9(1): 40